201501_Re-Use-Baumarkt_BremenIm November schickte das Umweltministerium den Entwurf zur neuen Recycling-Baustoff-Verordnung zur Begutachtung aus – trotz geltender Abfallhierarchie überraschenderweise völlig ohne jeden Hinweis auf Re-Use. RepaNet legte mit seiner umfassenden Stellungnahme einen Vorschlag vor, wie durch einfach implementierbare Änderungen des Entwurfes ein neuer Markt, der gerade erst zaghaft entsteht, gefördert würde, zahlreiche qualitativ hochwertige „Green Jobs“ geschaffen werden könnten und EU-Fördergelder in Millionenhöhe nach Österreich geholt werden könnten. RepaNet ruft alle Interessierten dazu auf, sich unseren Vorschlägen anzuschließen und entsprechende Statements an das BMLFUW zu übermitteln.

Das völlige Fehlen der zweiten Stufe der Abfallhierarchie in einer Verordnung über den material- und rohstoffintensivsten Wirtschaftszweig ist umso unverständlicher, als das Umweltministerium sogar das EU-Förderprojekt RaABa mitfinanziert hat, in dem das Potential für Re-Use von ganzen Bauteilen aus dem Gebäuderückbau sehr vielversprechend beurteilt wurde, und auch entsprechende Hinweise bereits im Bundesabfallwirtschaftsplan enthalten sind.

Natürlich kann Re-Use nicht mit der Brechstange verordnet werden, solange der Markt noch nicht genug entwickelt ist. Daher sieht der Vorschlag von RepaNet lediglich im Zuge der ohnehin verpflichtenden Schadstofferkundung bei Rückbaumaßnahmen eine Erhebung potentiell re-use-fähiger Bauteile nach bereits bekannten Produktlisten vor, die dann über vorhandene Baustoff-Recycling-Börsen veröffentlicht werden müssen. Findet sich ein interessiertes Fachunternehmen für den Ausbau der gefragten Teile, ist diesem der Zugang zu gewähren, findet sich niemand, kann ohne Re-Use abgerissen werden. Die Nachfrage ist vorhanden, die Wirtschaftlichkeit ist bei entsprechenden Mengen gegeben und die Erfahrungen aus mehreren EU-Ländern, u.a. Deutschland und Schweiz, zeigen wie es geht.

Re-Use jetzt nicht in die Recycling-Baustoff-Verordnung aufzunehmen, hieße die Abfallhierarchie zu ignorieren und die Chance auf zahlreiche neue „Green Jobs“ und heimische Wertschöpfung für viele soziale Unternehmen sowie Klein- und Mittelbetriebe aus Baubranche und Handwerk zu versäumen.

Den Vorschlag von RepaNet finden Sie in der RepaNet Stellungnahme zur Recycling-Baustoffverordnung 01/2015

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