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In mehreren Bundesstaaten der USA wird aktuell über ein Gesetz diskutiert, das die Reparatur von Elektronikgeräten durch Dritte ermöglichen soll. Derzeit können Ersatzteile offiziell nicht nachgekauft werden, nur von Herstellern autorisierte Dienstleister können bestimmte Produkte der Hersteller wieder instand setzen, auch wenn dies oft nur ein paar Handgriffe erfordert. (Quelle: zeit.de, motherboard)

Das soll sich nun mit den Gesetzesentwürfen einiger US-Bundesstaaten ändern. Dabei werden unter anderem die Offenlegung von Diagnose- und Reparaturanleitungen, der Verkauf von Ersatzteilen an unabhängige DienstleisterInnen und vor allem auch eine wartungsfreundliche Bauweise der Geräte gefordert. Beim letzten Punkt ist vor allem gemeint, dass durch eine Reparatur Dritter das Gerät nicht völlig außerstand gesetzt werden soll, wie es im legendären Fall „Error 53“ von Apple passiert ist. Hier wurde beim Austauschen des Homebuttons bei einem iPhone fälschlicherweise eine Manipulation des Systems diagnostiziert und das Handy war dadurch nicht mehr benützbar. Nach einer Sammelklage entschuldigte sich Apple für diese Vorfälle und stellte eine Software für die betroffenen Geräte zur Verfügung, um diese wieder brauchbar zu machen.

Dies ist nur ein kleines Beispiel, wie gefährlich sich solche Monopole entwickeln können und wie wichtig es ist, Gesetze in diesen Bereichen zu schaffen, um die VerbraucherInnen zu schützen.

Die Argumente für das Recht auf Reparatur sind:

  • Aufhebung des Reparaturmonopols der Hersteller

  • Vermeidung von unnötigem Elektroschrott

  • KäuferInnen haben ein Recht darauf, selbst zu entscheiden, wie und mit wem sie ihr Eigentum instandhalten möchten

  • Bewusstseinsbildung der KäuferInnen, dass viele Geräte gar keine komplizierten Maschinen sind, sondern oft sehr einfach repariert werden können

KritikerInnen sind allerdings skeptisch, denn sie fordern besser durchdachte Gesetzesentwürfe, da die derzeitigen Entwürfe zu vage formuliert seien, weil Elektronikgeräte zu viele Bereiche umfassen würden. Vor allem die Sicherheit stelle das größte Problem dar, denn nur geschulte TechnikerInnen dürften bestimmte Geräte wieder instandsetzen, um die Produktlanglebigkeit garantieren zu können. Dies dementieren BefürworterInnen vehement: bisher gäbe es keinerlei Beweise dafür, dass Reparaturen durch Drittanbieter oder in Eigenregie erhöhte Sicherheitsrisiken gegenüber der Reparatur durch Herstellerkundendienste aufweise, die Hersteller wollten lediglich die gesamte Wertschöpfungskette auch innerhalb der Nutzungsphase und an deren Ende selbst kontrollieren, um so die KundInnen langfristig an sich zu binden und Wettbewerb zu verhindern.

Die geneigte Leserin und der geneigte Leser dürfen nun raten, welche Position RepaNet vertritt. Jedenfalls würden wir uns diese Diskussion im Rahmen der europäischen Debatte um die Circular Economy wünschen, die sich leider noch immer primär um das archaische „old-school“ Recycling dreht, statt um zukunftsfähiges, intelligentes Design, nachhaltige Lebensstile wie Re-Use und sinnvolle, möglichst lange Nutzung von nachhaltigen, qualitativ wertvollen und vor allem weniger Produkten.

Nähere Infos von zeit.de hier…

Nähere Infos von motherboard (Englisch) hier…

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