© Thorben Wengert, www.pixelio.de

Das AMS Tirol streicht im nächsten Jahr 1,4 Millionen Euro und 42 von 295 Transitarbeitsplätzen. Besonders betroffen sind die Osttiroler Sozialökonomischen Betriebe s’Gwandtl und Schindel & Holz in Lienz. Aber auch RepaNet-Mitglied issba in Nordtirol muss mit Kürzungen rechnen. (Quelle: Dolomitenstadt.at, Osttirol heute, arbeit plus Tirol u.a.)

Das AMS Tirol hatte Ende Mai bekannt gegeben, dass es im nächsten Jahr die Fördermittel für sozialökonomische Betriebe und gemeinnützige Beschäftigungsprojekte um 20 % kürzen wird, diese Zahl wurde nun revidiert. Dennoch werden vor allem in Osttirol die Mittel gekürzt, da hier wegen der schwierigeren Lage am Arbeitsmarkt der größere Teil der arbeitsintegrativen Maßnahmen in Tirol aufrecht ist.

Schindel & Holz, der sozialökonomische Betrieb des Vereins OSPA mit Tischlerei, Dienstleistungsbereich und Umweltwerkstatt in Lienz, bemüht sich um Schadensbegrenzung und versichert seinen KundInnen, dass die Produktqualität nicht leiden wird, im Gegensatz zu den Personen, deren Arbeitsplätze nicht mehr finanziert werden können. Geschäftsführer René Ladstätter rechnet mit 370.000 Euro und 10 bis 13 Transitarbeitsplätzen weniger. Wichtig sei es jetzt, die Strukturen zu erhalten, um in Zukunft wieder mehr benachteiligte Personen aufnehmen zu können, falls die Fördermittel vom AMS Tirol wieder erhöht werden.

S’Gwandtl hat auf seiner Webseite eine Unterschriftenaktion gestartet. Der sozialökonomische Betrieb betreibt in Lienz einen Second-Hand-Shop für Bekleidung, einen Naturladen, eine Änderungsschneiderei, sammelt Altkleider und kann aktuell noch 13 befristete Arbeitsplätze für Frauen über 50 Jahren und zwei Lehrstellen anbieten.

Aber auch in Nordtirol sind Arbeitsplätze bedroht. RepaNet-Mitglied issba betreibt insgesamt fünf Standorte in Imst und Reutte und bietet 49 Arbeitsplätze mit sozialem Hintergrund an, also Transitarbeitsplätze, Lehrstellen und geschützte Arbeitsplätze. Zusätzlich sind in den sozialökonomischen Betrieben 33 Schlüsselarbeitskräfte beschäftigt, von denen die Hälfte über 50 Jahre alt ist. Wie viele Arbeitsplätze und welche Bereiche betroffen sein werden, ist noch unklar.

Weitere Informationen …

Osttirol heute: Schindel & Holz und s’Gwandtl: Rettung wird versucht

arbeit plus Tirol: 108 Arbeitsplätze in Sozialen Unternehmen bedroht

Dolomitenstadt.at: Neue Sparpläne von s’Gwandtl und Schindel & Holz

Seite von Schindel & Holz

Zur Unterschriftenaktion von s’Gwandtl

Pressemitteilung von RepaNet-Mitglied issba: Arbeitsplätze bedroht

Diesen Artikel teilen: