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Alttextilsammlung ist, obwohl theoretisch eine Abfallsammlung in kommunaler Hoheit, in Österreich relativ uneinheitlich und intransparent organisiert. Maximal ein Drittel der Sammlung wird von sozialwirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt, den Rest sammeln gewinnorientierte Unternehmen, wenn auch meist unter Verwendung von Marken und Logos bekannter Hilfsorganisationen, sowie Unternehmen, deren Gemeinnützigkeit hinterfragt werden muss oder überhaupt illegale Sammler. Um zumindest in die Mengenströme eine erste Klarheit zu bringen, wurde von der TU Wien die Masterarbeit „Untersuchung der Flüsse und Lager von Textilien in Österreich“ betreut.

Textile Güter für die private Nutzung und deren (Wieder)Verwendung haben in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit eine bedeutsame Rolle. Die Alttextiliensammlung, welche im Fokus der Masterarbeit steht, ist häufig Thema von Diskussionen und Berichterstattungen. Um über deren österreichweite Bedeutung urteilen und ggf. Optimierungspotentiale aufzeigen zu können, bedarf es einer empirischen Datengrundlage, welche zum aktuellen Zeitpunkt nicht gegeben ist. Diese Erkenntnis wurde im Rahmen der Erstellung einer Materialflussanalyse, welche die Flüsse in und aus Haushalten, sowie das Nutzlager untersucht, bestätigt. Es konnte jedoch festgestellt werden, dass die jährlichen Inputs stetig steigen, während das Aufkommen der Alttextiliensammlung annähernd konstant bleibt. Die dazu von Behörden publizierten Angaben über die Sammelleistung sind zu gering. Das ist v.a. dem Umstand geschuldet, dass es einen erheblichen Anteil an informeller, bzw. illegaler Sammlung gibt. In weiterer Folge wurden all jene Informationen aufgezeigt, welche nötig wären, um den Textilhaushalt bestmöglich darstellen zu können.

Der Autor Maximilian Wagner hat mit dieser Arbeit erstmals eine umfassende Datengrundlage geschaffen, auf deren Basis die wichtige Alttextilsammlung künftig transparenter diskutiert und im Sinne der vielen SpenderInnen von Altkleidern auch mehr als bisher auf Gemeinwohlinteressen hin ausgerichtet werden kann. RepaNet hat dazu vor einiger Zeit eine Orientierungshilfe für nachhaltige Alttextilsammlung publiziert.

Maximilian Wagner hat hier eine qualitativ hochwertige Arbeit vorgelegt – derzeit arbeitet er für RepaNet an weiteren Mengenstromuntersuchungen im Re-Use-Bereich, würde sich aber auch über Jobangebote aus der Branche freuen.

 

Masterarbeit „Untersuchung der Flüsse und Lager von Textilien in Österreich“ zum Download hier…

Orientierungshilfe von RepaNet zur nachhaltigen Textilsammlung hier…

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