© BauKarussell

Seit zwei Jahren arbeitet das Konsortium BauKarussell aus pulswerk gmbh, Romm Mischek ZT, RepaNet, Demontage und Recyclingzentrum (DRZ) und Caritas SÖB auf das Ziel hin, Bau-Re-Use möglich und attraktiv zu machen. In diesem Jahresrückblick finden Sie, was wir 2018 erreicht haben und welche Ideen wir ins nächste Jahr mitnehmen. 

Terminaviso: „Kreislaufwirtschaft im Rückbau – Konzeption, Challenges und Chancen des BauKarussell-Ansatzes“

14.1.2019, 15-16.30.
Ort: TU Wien, Seminarraum 264/1, Karlsgasse 13, 1. Stock
Wie funktioniert BauKarussell? Warum machen wir uns Gedanken über einen Kulturwandel in der Bauwirtschaft? Markus Meissner (pulswerk GmbH, BauKarussell) erklärt im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Urban Mining Ansätze im Fokus der Circular Economy“ an der TU Wien den BauKarussell-Ansatz, nämlich wie der wertstofforientierte Rückbau mit Bau-Re-Use funktioniert und in Zukunft ausgebaut werden soll, um Kreislaufwirtschaft im Rückbau zu realisieren. Seien Sie dabei! Weitere Informationen …

Ihre Ansprechperson bei BauKarussell: Roman Borszki

Es wurde höchste Zeit und wir freuen uns sehr, Ihnen Roman Borszki vorzustellen. Er ist seit Oktober der Koordinator sowie die Hauptansprechperson für die operativen Arbeiten von BauKarussell. Roman Borszki steht Ihnen unter office(a)BauKarussell.at für Ihre Anfragen zur Verfügung. Roman Borszki ist Betriebswirt und bringt 18 Jahre Berufserfahrung in unterschiedlichsten Branchen mit. An BauKarussell begeistert ihn das breite Aufgabenfeld, die Zusammenarbeit mit unserem vielseitigen Team und nicht zuletzt die Philosophie einer kreislaufförmigen Bauwirtschaft.

Das haben wir rückgebaut …

1.200 kg Gründerhausfliesen und 300 m2 Furnier weitergegeben

Gerettete Fliesen aus dem Gründerzeithaus © BauKarussell

Architekt Michael Stromayer hat sich an BauKarussell gewendet, als ein Wohnhaus aus der Gründerzeit in der Josef-Österreicher-Gasse einem Neubau weichen sollte. Über eine Tonne Gründerhausfliesen aus diesem Gebäude konnte BauKarussell an das spezialisierte Unternehmen Antike Baustoffe weitergeben. Bei einem Gang durch das leerstehende Gebäude fiel Roman Borszki außerdem ein weiterer Fund in die Hände: In einer seit Jahren leerstehenden Intarsienwerkstatt gab es noch 300 m2 Holzfurnier, halbfertige Musterstücke und eine Presse. Das Furnier wurde zum größeren Teil an eine Privatperson abgegeben, der Rest wurde gemeinsam mit den halbfertigen Intarsien und der Presse dem Sozialpädagogischen Betreuungszentrum, Abteilung Tischlerei in Korneuburg geschenkt, in dem benachteiligte Jugendliche eine Lehrausbildung erhalten.

In knapp 1.900 operativen Arbeitsstunden 71.000 kg Metall dem Recycling zugeführt

Glashaus an den alten Schanzen © BauKarussell

An den alten Schanzen, im Umfeld der Seestadt Aspern, haben wir eine seit längerem leerstehende Glashausanlage abgebaut. 71 Tonnen Metall haben wir sortenrein dem Recycling zugeführt. Gern hätten wir die brauchbaren Glashäuser an Interessierte weitergegeben, aber da das Zeitfenster begrenzt war, haben wir es leider erst verspätet geschafft, die Interessierten ausfindig zu machen. Das hat uns gezeigt, dass wir den Marktaufbau noch stärker forcieren müssen. Seit Oktober übernimmt Roman Borszki genau diese Aufgabe, zu der neben der Suche nach interessierten AbnehmerInnen für unsere Re-Use-Produkte auch die Koordination der operativen Arbeit gehört.

Hinter den Kulissen haben wir…

… 10 Baustellen besichtigt, in 6 Fällen konkrete Angebote gelegt und mit Verantwortlichen die mögliche Zusammenarbeit bei künftigen Objekten besprochen.
… das BauKarussell-Konzept weiterentwickelt und an unserer zukünftigen Rechtsform gearbeitet.
… Partnerschaften gepflegt, das Gespräch mit unseren Stakeholdern gesucht und viele Kontakte geknüpft. Seit diesem Jahr zählen wir auch den Schad- und Störstofferkunder BauXund zu unseren Kooperationspartnern.
… den Kontakt zu den großen Gebäudeverwaltern BIG, Bundesheer und Stadt Wien gepflegt.
… das Netzwerk der Re-Use-AbenehmerInnen (insbesondere WiederverkäuferInnen und ProfessionistInnen) aufgebaut.
… für die BIG zwei interne Fortbildungsveranstaltungen zum Thema kreislauffähiges Bauen durchgeführt.
… Expertenbeiträge zu zahlreichen Veranstaltungen beigetragen; darunter auch Vorträge für zukünftige EntscheiderInnen, nämlich die Studierenden der Technischen Universität Wien, der BOKU und der WU. Das Interesse von vielen Seiten zeigt uns, dass BauKarussell von der Bau-, der Abfall- und auch der Sozialwirtschaft als willkommener Dialogpartner wahrgenommen wird.

Wie wir Bau-Re-Use voranbringen wollen

Re-Use braucht einen Markt

Angebot und Nachfrage nach Bau-Re-Use entwickeln sich gerade erst. Immer wieder erreichen uns Anfragen nach Bauteilen, aber leider oft zu spät. Denn die Zeitfenster zwischen Rückbau und Abriss sind in der Regel begrenzt. Deshalb ist es ein wichtiges Fundament im BauKarussell-Konzept, den Markt (mit)aufzubauen und das Netzwerk am Leben zu erhalten.

Re-Use braucht einen passenden Rahmen

Wir sind dabei, einen neuen Markt zu eröffnen, für den die Rahmenbedingungen noch nicht vorhanden sind. In unserer Arbeit stoßen wir unter anderem auf die Herausforderung, dass das Re-Use noch zu oft mit Recycling und Verwertung gleichgesetzt oder verwechselt wird. Re-Use wird aktuell in der Recycling-Baustoffverordnung angesprochen. Eine Behandlung im Rahmen einer  bautechnischen Vorschrift der ÖIB würde helfen, Re-Use in die praktischen Abläufe zu integrieren.

Das (und viel mehr) haben wir sonst noch erlebt (Medienspiegel auf www.BauKarussell.at)

Auszeichnungen und Nominierungen

BauKarussell erhält den Umweltpreis der Stadt Wien am 21. März (Nachlese) und am 17. April den Phönix Sonderpreis Abfallvermeidung in Salzburg (Nachlese). Außerdem wird BauKarussell im Juni für die Orte des Respekts nominiert. Stellvertretend für BauKarussell konnte unser Projektleiter Markus Meissner die Auszeichnung als Nachhaltiger Gestalter, vergeben vom Wirtschaftsmagazin BusinessArt (Lebensart Verlag), entgegen nehmen (Nachlese).

Einige Veranstaltungen, die wir mitgestaltet haben …

„VABÖ Tagung 2018“ am 24. Mai in Graz, Markus Meissner spricht vor den AbfallberaterInnen über Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Nachlese zur Veranstaltung.

„Re-Cycle, Re-Use – Mehrfachnutzung von Werkstoffen und baulichen Strukturen“am 3. Juli in Köln, Markus Meissner hält „ein starkes Plädoyer für die Wiederverwendung von Bauprodukten und -stoffen“. Weiterlesen.

„Science for Circular Economy“ am 19. September in Wien, Posterpräsentation des BauKarussell-Konzepts im Rahmen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Kreislaufwirtschaft. Nachlese zur Veranstaltung.

„Fachinformationstag Abfallwirtschaft 2018“ am 24. September in Graz, Markus Meissner präsentiert den 180 anwesenden betrieblichen Abfallbeauftragten BauKarussell im Rahmen des Bauabfallschwerpunkts. Nachlese zur Veranstaltung.

„Talk – Die Zukunft des Bauens“ am 29. September im Rahmen der Vienna Design Week, Thomas Romm bringt die Urban-Mining- und Kreislauf-Sicht ein. Nachlese zur Veranstaltung.

„Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten“ am 3. Oktober in Wien, Markus Meissner stellt Kreislaufwirtschaft im Rückbau vor. Zu den Fotos von der Veranstaltung.

„Recy & DepoTech «Partner» Konferenz“ von 9.-11. November in Leoben, Markus Meissner zeigt die Rolle der Bau-Kreislaufwirtschaft im Rahmen von Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement auf. Präsentationen der Veranstaltung.

BauKarussell entwickelt sich zum ersten österreichischen Anbieter für den verwertungsorientierten Rückbau mit besonderem Fokus auf Wiederverwendung (Re-Use) für großvolumige Objekte. Mehr auf www.BauKarussell.at.
BauKarussell ist ein Gemeinschaftsprojekt von ROMM/MZT Architekt DI Thomas Romm ZT in Bietergemeinschaft mit Dr. Ronald Mischek ZT GmbH, Caritas SÖB, Die Wiener Volkshochschulen GmbH – DRZ Demontage- und Recyclingzentrum Wien, pulswerk GmbH – das Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts, RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich. In der Gründungs- und Pilotphase bis Ende 2017 beteiligte sich außerdem der SÖB WUK Bio.Pflanzen an BauKarussell.

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