Die carla in Vitis wird betrieben von RepaNet-Mitglied Caritas der Diözese St. Pölten, © Caritas / Franz Gleiss

Für die Videos der Clean Clothes Kampagne von Südwind wurde RepaNet-Geschäftsführer Matthias Neitsch zur Textilsammlung in Österreich interviewt. Und auch RepaNet-Mitglieder Caritas Wien und Volkshilfe Wien SÖB werden als Sammler vorgestellt.

In Österreich werden pro Jahr etwa 14 Kilogramm Textilien pro Kopf „verbraucht“ – und vieles davon wird wieder aussortiert. Jährlich fallen hierzulande mehr als 115.000 Tonnen Alttextilien an. Davon wandert mehr als die Hälfte in den Müll. Befeuert wird dieses Konsumverhalten von der Fast Fashion – rasch wechselnde Trends und schlechte Qualität der Kleidung zeichnet den Großteil der Modeindustrie heute aus. Während Kleidung immer kürzer getragen wird, hat sich die Zahl der erzeugten Kleidungsstücke in den letzten 15 Jahren verdoppelt – mit weitreichenden Folgen. Die von Südwind koordinierte Clean Clothes Kampagne klärt mit neuen Videos und Factsheets über die Auswirkungen dieser Entwicklung auf.

In den Videos werden Lieferketten, Arbeits- und Produktionsbedingungen und die Wege, die gespendete Kleidung geht, thematisiert. Im zweiten Video werden RepaNet-Mitglieder Caritas Wien mit den beiden carla-Läden und Volkshilfe Wien SÖB portraitiert. Ergänzt werden einige Fakten zu Sammelmengen und Behandlung der Spenden in Video 3. Auch illegale Sammlung wird thematisiert.

RepaNet-Geschäftsführer Matthias Neitsch kommt in Video 4 zu Wort und erklärt den Ablauf der Textilsammlung in Österreich. Vor allem macht er den Unterschied zwischen sozialwirtschaftlichen und privatwirtschaftlichen Sammlern (wie Öpula oder FCC Textil2Use) deutlich: Die Sozialwirtschaft erzielt die größte regionale Wertschöpfung, schafft damit Arbeitsplätze für benachteiligte Personen und stellt in eigenen Shops im Inland Second-Hand-Ware zu fairen Preisen zur Verfügung. Die Privatwirtschaft hingegen arbeitet oft mit gemieteten Logos und exportiert die Ware meist direkt ins Ausland. Ein eigenes Gütesiegel für sozialwirtschaftliche Sammlung wie von Fairwertung in Deutschland zu schaffen, kann hier künftig eine klare und einheitliche Orientierung ermöglichen, indem es die rein sozialwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Sammler von privatwirtschaftlichen unterscheidbar macht. Daran arbeiten wir.

Wir wollen hier gar nicht zu viel verraten, sondern Sie dazu einladen, die wirklich sehr gut recherchierten und kreativ gestalteten Videos anzusehen. Wir danken Südwind für die tolle Initiative!

Mehr Infos …

Clean Clothes Kampagne Österreich – Infos und Videos

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