Nach sieben Jahren als Präsidentin von RREUSE hat Antigone Dalamaga nach einstimmigem Votum auf der Jahreshauptversammlung von RREUSE den Vorsitz an RepaNet-GF Matthias Neitsch übergeben. Es folgen ein Rück- und ein Ausblick.

Matthias Neitsch, Geschäftsführer von RepaNet und vom VABÖ, arbeitet seit über 15 Jahren eng mit RREUSE, dem europäischen Dachverband für sozialwirtschaftliche Re-Use-Betriebe, zusammen: RepaNet wurde bereits 2004 (im RepaNet-Gründungsjahr) RREUSE-Mitglied und Neitsch ist seit über einem Jahrzehnt Mitglied des Vorstandes. Mit der Übernahme der RREUSE-Präsidentschaft von Antigone Dalamaga wird nun der Einsatz von RepaNet auf europäischer Ebene noch weiter verstärkt.

Viele Herausforderungen

Als dringendste Herausforderung für die Jahre seiner RREUSE-Präsidentschaft sieht Neitsch die Umsetzung des EU Circular Economy Action Plan 2.0. Hier brauche es unbedingt „eine Stärkung der sozialwirtschaftlichen Wiederverwendungsunternehmen über die offensichtliche Arbeitsmarktförderung hinaus sowie die Erhaltung und Ausweitung der sozialwirtschaftlichen Textilsammlung und -verwertung. In Österreich wie auch in vielen anderen europäischen Ländern hat die Sozialwirtschaft die Struktur der Textilsammlung während der COVID-Krise aufrechterhalten und sich somit als zuverlässiger Akteur von systemischer Bedeutung im Textilmanagement erwiesen. Dies ist ein entscheidender Faktor, der sowohl von europäischen als auch nationalen und lokalen Behörden im Hinblick auf die EU-weite verpflichtende Textilsammlung bis 2025 berücksichtigt werden muss“.

Ein weiterer Aspekt, der auf EU-Ebene stärker in den Fokus gerückt werden muss, ist laut Neitsch die Wiederverwendung im Bausektor. Die Erfahrungen aus erster Hand, die RepaNet mit BauKarussell www.baukarussell.at , dem Wiener Social Urban Mining Start-up, an dem RepaNet beteiligt ist, gemacht hat, sind eine wertvolle Grundlage, um sich den zukünftigen Herausforderungen zu stellen und an der Etablierung nachhaltigerer und sozialer Standards in der Bauindustrie auf EU-Ebene zu arbeiten. Nicht zuletzt die Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikaltgeräten sowie von Möbeln lässt noch viel Raum für Verbesserungen: „Insbesondere die WEEE-EPR-Systeme (erweiterte Herstellerverantwortung bei Elektro(alt)geräten) zahlen in vielen Ländern immer noch nicht richtig für die Vorbereitung der Wiederverwendung, obwohl sie dies nach der europäischen Gesetzgebung tun sollten“, sagt Neitsch.

Erfolge auf dem Weg

Die scheidende Präsidentin Antigone Dalamaga, Direktorin der Ecological Recycling Society in Griechenland, spielte eine entscheidende Rolle für die Stabilität und das Wachstum des RREUSE-Netzwerks. Im Hinblick auf ihr Mandat betont Antigone Dalamaga, dass in den letzten Jahren ein weiter Weg zurückgelegt wurde: Re-Use und Reparatur bewegen sich aus dem Schatten des Recyclings heraus, die Schaffung von regionalen Arbeitsplätzen rückt auf der Agenda nach oben und die Rolle der sozialen Unternehmen im grünen und sozialen Übergang wird zunehmend anerkannt. Besonders e die Unterzeichnung der Partnerschaft mit der europäischen Generaldirektion Beschäftigung (GD EMPL) ist grundlegend, um die Schaffung integrativer Arbeitsplätze in Europa zu unterstützen und weiter daran zu arbeiten.

Als Ehrenpräsidentin und amtierende Vizepräsidentin wird Dalamaga eine wesentliche treibende Kraft bei RREUSE bleiben, zusammen mit einem starken Team von zehn erfahrenen Sozialunternehmern und Vertretern, die den Vorstand von RREUSE bilden. Dalamaga ist auch ein aktives Vorstandsmitglied von Zero Waste Europe und unterstützt mit ihrer 25-jährigen Erfahrung im Bereich des nachhaltigen Abfallmanagements auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene weiterhin mit ganzer Kraft den ökologischen und sozialen Wandel. Matthias Neitsch dankt Antigone Dalamaga für ihren unermüdlichen Einsatz und bei RREUSE für das Vertrauen. Wir halten Sie in den RepaNews weiterhin über die Entwicklungen auf europäischer Ebene auf dem Laufenden.

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