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In Niederösterreich landen pro Jahr 13.000 Tonnen Elektrogeräte im Müll. Diese Zahl zu verringern, einen achtsamen Umgang mit unseren Ressourcen zu pflegen und somit unser Klima zu schonen – das ist das Ziel der kürzlich gestarteten Reparaturförderung in Niederösterreich. Das bereits dritte Bundesland greift somit Privatpersonen, die Reparaturdienstleistungen in Anspruch nehmen, finanziell unter die Arme.

Das Land Niederösterreich, die NÖ Umweltverbände und die Wirtschaftskammer NÖ haben gemeinsam den „Reparaturbonus NÖ“ ins Leben gerufen. Gefördert werden Reparaturen (jedoch keine Garantie- und Gewährleistungsfälle sowie Service- und Wartungsarbeiten) an elektronischen Haushaltsgeräten. Wichtig ist, dass die Reparatur bei einem der im Reparaturführer eingetragenen Partnerbetriebe durchgeführt wird. Erstattet werden dann maximal die Hälfte der Kosten, und die Fördergrenze pro Jahr und Haushalt beträgt € 100. Es ist zu erwarten, dass, so wie auch in Oberösterreich, Graz und der Steiermark, diese Unterstützung gut angenommen wird.

„Beste und ehrlichste Form der Energieeinsparung“

Förderungen von Land und Städten tragen wesentlich dazu bei, dass kleine und mittlere Reparaturbetriebe in ihrer wichtigen Arbeit unterstützt werden. Auf dem Weg hin zu einem bewussten Umgang mit Produkten und Gegenständen ist dies ein wichtiger Meilenstein. Initiator LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Verwenden statt verschwenden: Wir müssen von der Wegwerfgesellschaft wegkommen, deshalb haben wir gemeinsam die neue Förderaktion entwickelt. Dabei schaffen wir eine umweltfreundliche Alternative und tragen wesentlich zur Abfallvermeidung und somit zum Klimaschutz bei. Die Reparatur von defekten Geräten ist die beste und ehrlichste Form der Energieeinsparung.“

RepaNet begrüßt die Initiative und freut sich, dass nach und nach mehr Bundesländer auf diesen Zug aufspringen. Das Engagement der einzelnen Länder ist zentral, um die Relevanz von derartigen Aktionen auch auf gesamtösterreichischer Ebene herauszustreichen, so forderte die LandesumweltreferentInnenkonferenz (LURK) erst jüngst von der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, den österreichischen Reparaturführer auf das gesamte Bundesgebiet zu erweitern, strategisch gegen geplante Obsoleszenz vorzugehen und Reparaturen durch Anreize und verbesserte Rahmenbedingungen zu fördern.

Langfristig ist ein bundesweites Fördersystem mit einem soliden Budget wünschenswert, das für Privatpersonen die nötigen Anreize schafft, eine mögliche Reparatur dem Wurf in den Mülleimer vorzuziehen und somit ein solides Standbein für Reparaturbetriebe werden kann, da es ihnen eine gute Auftragslage verschafft.

Die Aktion „Reparaturbonus NÖ“ ist mit 1. Juli gestartet und bis März 2020 befristet. Spätestens vier Wochen nach Rechnungserhalt kann auf der Homepage des Landes der Antrag gestellt werden. Die Förderung wird vom Land Niederösterreich vergeben und von den Umweltverbänden und der Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt.

Mehr Infos …

Infomaterial vom Land NÖ und Link zum digitalen Antragsformular

reparaturfuehrer.at: alle gelisteten Reparaturbetriebe

Presseaussendung des Landes Niederösterreich

Bericht auf noe.orf.at

RepaNews: Oberösterreich bietet als erstes Bundesland Reparaturförderung an

RepaNews: Ermutigende Grazer Reparaturförderung

RepaNews: Reparaturprämie jetzt auch in der Steiermark

RepaNews: Steirische Reparaturprämie: Förderbudget ist ausgeschöpft – jetzt ist der Bund am Zug

RepaNews: Parlamentarische Petition: Förderung des österreichischen Reparaturgewerbes

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