Hildegard Breiner (Naturschutzbund Vbg) und Robert Bösch (Integra) (c) Vorarlberger Gemeindeverband

Re-Use-Boxen gibt es bereits in mehreren österreichischen Bundesländern sowie im angrenzenden Süddeutschland. In allen diesen Regionen hat sich die Vorsammlung von wiederverwendbaren Gegenständen zuhause bewährt. Nun testet man auch in Vorarlberg, wo RepaNet am Aufbau des Re-Use-Netzwerkes beteiligt war, in einem Pilotversuch eine Re-Use-Box.

Die erste Vorarlberger Re-Use-Box wurde pünktlich mit dem Start der Herbst-Re-Use-Sammeltage Ende September übergeben – und zwar an Umweltaktivistin Hildegard Breiner, Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg und Vizepräsidentin des Naturschutzbundes Österreich. Die Re-Use-Box dient der bequemen Vorsammlung von gut erhaltenen Haushaltsgegenständen und -geräten. Ist die Box voll, kann man sie in den ASZ, Bau- und Werkhöfen oder bei den Partnerbetrieben der Caritas, Integra und Lebenshilfe Vorarlberg abgeben. In deren Geschäften werden die Sachspenden anschließend verkauft.

„Die Idee ist richtig gut. Sie erleichtert es wirklich, die aussortierten Geräte oder Gegenstände weiterzugeben und nicht wegzuwerfen“, sagt Breiner. Dadurch werden Ressourcen geschont, Abfall reduziert und langzeitarbeitslosen Menschen eine sinnvolle Tätigkeit und neue Chancen gegeben. Die neue Re-Use-Box wurde vom Vorarlberger Gemeindeverband gemeinsam mit den Partnern Caritas, Integra und Lebenshilfe Vorarlberg kreiiert und hat die Größe eines Umzugskartons. Wie und womit man die Box füllt, zeigt folgendes Video.

Das darf in die Box:

  • Elektrogeräte (Küchengeräte, Stereoanlagen usw. ohne Akkus)
  • Hausrat (Geschirr-, Gläsersets, Besteck, Kochtöpfe etc. → keine Blumenübertöpfe)
  • (Garten-)Werkzeug (Bohrmaschinen usw.)
  • Deko-Gegenstände (Vasen, Bilder, Modeschmuck usw.)
  • Medien (CD, DVD, Langspielplatten, keine Musik-/Video-Kassetten)
  • Spielzeug (Spiele, Musikinstrumente, Bausteine → keine Stofftiere und Spielzeug-Waffen)
  • Alles fürs Kind (Kinderwäsche, Puppen usw. → keine Schnuller)

Wichtig: Alle Gegenstände müssen funktionstüchtig, komplett und sauber sein.

Erste Bilanz des Pilotversuches:

Noch bis Ende 2021 läuft das Pilotprojekt in vier ASZ in Vorarlberg: Hofsteig, Feldkirch, Bludenz und Vorderland. In dem Zeitraum werden dort 5.500 mit Nummern versehene Boxen zur Verfügung gestellt. So kann analysiert werden, wie viele Boxen im Umlauf sind und wie häufig sie zurückgegeben bzw. wieder ausgegeben werden.

Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Bis Ende Dezember 2020 wurden bereits über 2.800 kg Sachspenden gesammelt – und zwar mittels 237 abgegebenen Boxen. Die überwiegende Mehrheit waren Haushaltsgegenstände, doch auch Elektrogeräte machten mit 370 kg einen nicht unwesentlichen Anteil aus. Bewährt sich die Sammlung mit den Re-Use-Boxen, könnte das Projekt bereits 2022 auf ganz Vorarlberg ausgeweitet werden.

Mehr Infos …

Alles über Re-Use in Vorarlberg: Re-Use-Sammeltage, Re-Use-Box, Re-Use-Shops

Video Re-Use-Box – einfach und bequem

RepaNews: Re-Use-Sammeltage in Vorarlberg ein voller Erfolg

RepaNews: Vorarlberg: Re-Use im Aufschwung durch regionale Initiativen

RepaNews: Integra: RepaNet hat Zuwachs in Vorarlberg

RepaNews: Re-Use wächst in Vorarlberg: Ausbau von Repair Cafés und Re-Use-Netzwerk

RepaNews: Re-Use von Elektrogeräten wird in Vorarlberg ausgebaut

RepaThek: Masterarbeit: Abschätzung des Reuse-Potentials für Gebrauchtwaren aus der kommunalen Abfallwirtschaft in Vorarlberg (Aaron Oberscheider)

Diesen Artikel teilen: