Bericht: The Circularity Gap Report 2020

Erscheinungsjahr

2020

Organisation / AutorInnen

Circle Economy

Hauptautoren: Marc de Wit, Jelmer Hoogzaad, Caspar von Daniels

Kurzbeschreibung

Die Weltwirtschaft ist zu 8,6% zirkulär – letztes Jahr waren es allerdings noch 9,1%. Ein halbes Prozent weniger klingt erstmal nicht tragisch. Warum dies dennoch ein globales Desaster ist, erklärt der Non-Profit Think Tank Circle Economy im neu erschienen Circularity Gap Report.

Im Jahr 2017 flossen weltweit über 100 Gigatonnen Ressourcen in die Weltwirtschaft. Davon waren knapp neun Gigatonnen bereits zuvor in Verwendung (=Sekundärressourcen); der Rest wurde aus natürlichen Quellen entnommen (=Primärressourcen). Letztere sind namensgebend für diesen Bericht.

Berichte über die Auswirkungen unseres Ressourcenkonsums gibt es bereits einige: Der Global Resources Outlook der UN stellt fest, dass 50 Prozent der Klimaemissionen durch Ressourcenabbau und -verarbeitung verursacht werden; der Global Material Resources Outlook der OECD prognostiziert, dass sich die Umweltauswirkungen des Materialkonsums je nach Kategorie bis zum Jahr 2060 verdoppeln bis vervierfachen werden. Obwohl die Botschaft klar und deutlich ist und zum dringenden Handeln auffordert, lässt sich auf globaler Ebene kein Trend Richtung Kreislaufwirtschaft feststellen. Warum ist das so?

Laut Circle Economy hat jeder Mensch sieben Grundbedürfnisse, die mit dem Konsum von Ressourcen zusammenhängen, die historisch begründet der Natur entnommen werden: Gebäude und Infrastruktur, Ernährung, Mobilität, Konsumgüter, Dienstleistungen, Gesundheitswesen sowie Kommunikation. In Kapitel 2 werden in einem innovativen Massenflussdiagramm diese Bedürfnisse den konsumierten Ressourcen zugeordnet. Mit dem Zuwachs der Bevölkerung und des Wohlstands nimmt auch der Konsum weiter zu.

Staaten und Staatengemeinschaften sind laut den Autoren die wichtigsten Akteure auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Nur sie können es schaffen, das Wirtschaftssystem so zu transformieren, dass die Bedürfnisse der BürgerInnen gestillt werden, ohne dass dabei auf Primärressourcen zurückgegriffen werden muss. Dies ist eine Mammutaufgabe, die vollstes Engagement braucht. Da das Thema jedoch bisher stiefmütterlich behandelt wurde, ist der Circularity Index im Sinken begriffen.

Die gute Nachricht folgt am Schluss: Die Trendwende ist jederzeit möglich – der Circularity Gap kann also geschlossen werden. Der Bericht liefert zahlreiche Beispiele für Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Österreich befindet sich gegenwärtig auf der zweitäußersten Umlaufbahn um den nachhaltigen Planeten Erde, der auch den kommenden Generationen ein lebenswertes Zuhause ist. Der Sprung auf eine engere Bahn ist durchaus machbar. Eine visuelle Darstellung ist auf der Circularity Gap Website zu sehen, mehr dazu zu lesen gibt es in Kapitel 4 des Circularity Gap Reports.

 

 

Keywords/Tags:

Circular Economy, Global, Konsum, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen, Verbrauch, Welt, Wirtschaft

 

Downloads/Link:

Zusammenfassung und Download des kompletten Berichts bei Circle Economy