Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark 2019

Erscheinungsjahr

2019

Organisation / AutorInnen

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit, Referat Abfall- und Ressourcenwirtschaft

Kurzbeschreibung

Die Bundesländer Österreichs sind verpflichtet, in regelmäßigen Abständen Abfallwirtschaftspläne zu veröffentlichen. Diese beinhalten eine Vielzahl von abfallwirtschaftlichen Informationen, unter anderem auch aus dem Bereich Abfallvermeidung und Re-Use. Ein gutes Beispiel ist der Abfallwirtschaftsplan der Steiermark aus dem Jahr 2019.

Hierin wird gezeigt, dass das Gesamtabfallaufkommen je EinwohnerIn zwischen 2010 und 2017 um 4,6% gestiegen ist. Gleichzeitig ist die Menge an gemischtem Siedlungsabfall (= Restmüll) um 3,7% je EinwohnerIn gesunken. Daraus folgt, dass die getrennte Sammlung von Altstoffen intensiviert wurde und hier die Mengenanstiege zu suchen sind.

Aus Re-Use-Sicht relevant sind die Mengen von Alttextilien (Anstieg um über 50%) und die von Elektroaltgeräten (Anstieg um knapp 30%). Hier sind die Anstiege eindeutig als positiv zu werten. Aus Sicht der Abfallvermeidung ist das Resümee jedoch ambivalent, da die Anstiege auch auf verstärkten Konsum zurückzuführen sind, der sicherlich zum Teil vermeidbar wäre. Wie hoch dessen Anteil ist, kann jedoch nicht geschätzt werden und hat auch nichts mit den Leistungen der Abfallwirtschaft zu tun.

Eine Neuheit im steiermärkischen Abfallwirtschaftsplan ist das „Klimabilanztool 2.0“, das mit der Montanuniversität Leoben entwickelt wurde. Damit werden für jede Abfallfraktion die Emissionen aus Sammlung und Behandlung berechnet und von den vermiedenen Emissionen durch Substitution von Primärrohstoffen (Recycling, Re-Use) abgezogen. Das Tool ist auf klimabilanz.steiermark.at zugänglich und kann für eigene Berechnungen verwendet werden.

Im vorigen Abfallwirtschaftsplan (aus dem Jahr 2010) hatte sich die Steiermark zum Ziel gesetzt, in allen Regionen Übernahmebereiche für gebrauchsfähige und reparaturfähige Güter einzurichten und diese an Re-Use-Shops weiterzugeben. Dieses Ziel wurde erreicht – übrigens großteils durch sozialwirtschaftliche Re-Use-Shops; die meisten davon sind Teil des RepaNet-Netzwerkes.

Was die weitere Entwicklung anbelangt, so zeichnet sich der Abfallwirtschaftsplan durch ein eindeutiges Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft und Umsetzung der Abfallhierarchie aus. Es werden diverse Maßnahmen zur Förderung von Re-Use vorgegeben, beispielsweise die Etablierung einer Online-Börse für Re-Use-fähige Güter aus dem Baubereich und eine verstärkte Kooperation zwischen Abfallverbänden und sozialwirtschaftlichen Re-Use-Shops.

Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Ziele und Strategien mit den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen in Bezug gesetzt werden.

 

Keywords/Tags:

Abfallaufkommen, Abfallverband, Abfallwirtschaftsplan, Altstoffe, Alttextilien, Berechnung, Elektroaltgeräte, Entsorgung, Klimawandel, Landes-Abfallwirtschaftsplan, Nachhaltigkeit, Rechner, Restmüll, SDG, Steiermark, Treibhausgase

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