Studie: Decoupling Debunked – Evidence and arguments against green growth as a sole strategy for sustainability

Erscheinungsjahr

2019

Organisation / AutorInnen

Europäisches Umweltbüro (EEB)

Timothée Parrique, Jonathan Barth, François Briens, Christian Kerschner, Alejo Kraus-Polk, Anna Kuokkanen, Joachim H. Spangenberg

Kurzbeschreibung

Trotz äußerst dringlicher ökologischer Probleme, von denen sich viele in der Klimakrise äußern, halten Volkswirtschaften und EntscheidungsträgerInnen immer noch am Wachstumsparadigma fest. Ihr Argument: Technischer Fortschritt und vorausschauende Planung würden für eine Entkoppelung von Umweltbelastung und Wirtschaftswachstum sorgen. Diese Annahme wurde nun vom europäischen Umweltbüro genauer untersucht.

Zunächst wird der Begriff „Entkoppelung“ unter die Lupe genommen. Dieser kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Grundsätzlich werden dabei zwei Größen und der Zusammenhang zwischen ihnen untersucht. Eine relative Entkoppelung liegt beispielsweise vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt und Treibhausgasemissionen ansteigen, die Emissionen jedoch langsamer als die Wirtschaft. Eine absolute Entkoppelung hingegen würde BIP-Wachstum mit gleichzeitiger Abnahme von Emissionen bedeuten. Darüber hinaus gibt es noch weitere Arten von Entkoppelung.

Doch unabhängig davon, ob man Entkoppelung auf die eine oder andere Weise definiert, konnten die ForscherInnen des EEB bei der Auswertung einer Vielzahl von Studien keinen solchen Effekt feststellen. Dafür werden auch einige Gründe angeführt. Neben den bekannten Rebound-Effekten wird beispielsweise das limitierte Potential von Recycling und der steigende Aufwand bzw. die steigenden Umweltauswirkungen der Ressourcenextraktion als Gründe erwähnt.

In den Plänen für eine nachhaltige Entwicklung der OECD und der EU, wie dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket, sind die genannten Entkoppelungseffekte eine Grundannahme. Die EU hält aber auch an dem Vorsorgeprinzip als Entscheidungsgrundlage fest. Das EEB sieht hier einen deutlichen Widerspruch und fordert die EU daher auf, Suffizienzstrategien umzusetzen, die ein „Gesundschrumpfen“ auf der Produktions- und Konsumseite bewirken.

Solche Suffizienzstrategien müssen zum Teil erst entwickelt werden, aber zum Teil gibt es sie auch schon: Mit Re-Use und Reparatur kann, ohne auf etwas verzichten zu müssen – und mit sozialem Mehrwert -, mit einfachen Mitteln eine spürbare Umweltentlastung bewirkt werden.

 

Keywords/Tags:

EEB, Effizienz, Entkoppelung, EU, Europa , Klimawandel, Konsum, Rebound, Rohstoffe, Suffizienz, Umweltbüro, Wachstum, Wirtschaft

Downloads/Link:

Download des vollständigen Berichts und Zusammenfassung (beides englisch)