Aus dem RepaNet-Tätigkeitsbericht 2017 © RepaNet

Ein Re-Use- und Reparatur-Bereich genießt bei den RepaNet-Mitgliedern besondere Aufmerksamkeit: die Elektrogeräte. Von den 29 Mitgliedern arbeiten vier sogar hauptsächlich mit Elektrogeräten und zwar AfB in Wien, R.U.S.Z in Wien und Graz, das Demontage- und Recycling-Zentrum DRZ in Wien und FAB Techno Team Wels. Aber auch der größte Teil der restlichen Mitglieder hat neben anderen Arbeits- und Re-Use-Angeboten einen Elektrobereich, Tendenz steigend. Gemessen an den Mengen der anderen Warengruppen ist der Anteil der Arbeitsplätze im Elektrobereich bei den Mitgliedsbetrieben überproportional hoch, weil diese Tätigkeiten am arbeitsintensivsten sind.

Wenn es um die Sammelmengen geht, sind die Textilien eindeutig die größte Produktgruppe. Gut 13.000 Tonnen haben die RepaNet-Mitglieder laut RepaNet-Markterhebung 2017 gesammelt, bei den Elektrogeräten waren es nur etwas über 4.000 Tonnen. Bei den Arbeitsplätzen sieht es aber anders aus: Im selben Jahr haben immerhin 33 % der Beschäftigten bei den RepaNet-Mitgliedern mit Textilien gearbeitet, aber ganze 42 % mit Elektrogeräten. 25 % der Arbeitsplätze sind auf die sonstigen Warengruppen wie Möbel entfallen. (Mehr gibt es im RepaNet-Tätigkeitsbericht 2017.) 2016 waren der Textil- und der Elektrobereich noch ungefähr gleich auf: 35 % der Arbeitskräfte arbeiteten mit Textilien und 36 % mit Elektrogeräten.

Mehr Elektro-Re-Use für 2018 erwartet

Für das Jahr 2018 erwarten wir einen weiteren Anstieg bei den Elektro-Re-Use-Aktivitäten unserer Mitglieder: Nicht nur hat pro mente steiermark sein Angebot Anfang 2018 erweitert und eine Annahmestelle für Elektrogeräte in Graz eröffnet, die dann in Krieglach repariert werden (RepaNews hat berichet), bereits Ende 2017 hatte das R.U.S.Z seinen neuen Standort in Graz eröffnet (RepaNews hat berichtet). Ebenfalls Ende 2017 hat auch GESA Niederösterreich einen neuen Elektrogerätebereich aufgebaut: Im Projekt „SoCom“ (Sozialer Computer) werden EDV-Geräte aufbereitet und gemeinnützigen Organisationen, Haushalten mit niedrigem Einkommen und Menschen mit Behinderungen günstig zur Verfügung gestellt. Die Re-Use-Geräte stammen aus einer Kooperation mit Microsoft. Mit dem Qualifizierungsprojekt Fit im Handwerk werden außerdem ebenfalls von GESA Personen für Re-Use und Recycling von Elektrogeräten ausgebildet.

Leider musste unser Mitgliedsbetrieb VISP in Grafenwörth aufgrund von AMS-Fördermittelkürzungen mit Jahresende 2018 schließen, dies wird sich statistisch aber erst 2019 auswirken. Der Betrieb arbeitete hauptsächlich in der manuellen Schadstoffentfrachtung von Elektroschrott aus der EAG-Sammlung.

Das Wissen darüber, dass der Elektroschrottberg immer schneller wächst, ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Studien stellen immer wieder fest, dass der effizienteste Umgang die Vermeidung von Elektroschrott durch Re-Use ist, die zweitbeste Lösung ist Recycling (das zeigt u.a. diese Studie).

Mehr Infos …

RepaNet-Tätigkeitsbericht 2017

RepaNews: pro mente steiermark: Neue Sammelstelle für Elektrogeräte und Reparaturen in Graz

RepaNews: R.U.S.Z und Reparaturförderung der Stadt: In Graz wird ab Dezember noch mehr repariert

GESA Niederösterreich: SoCom

GESA Niederösterreich: Fit im Handwerk

RepaThek: Studie: Elektrokleingeräte von der Sammlung zur Sekundärressource

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