RepaNet engagiert sich in der europäischen Koalition „Right to Repair“ für das Recht auf Reparatur. Die breite Bewegung informiert KonsumentInnen und setzt sich in Europa dafür ein, dass Reparatur zum Mainstream wird.

Heute ist es für Produzenten oft profitabler, ein neues Produkt herzustellen als die Reparatur von den eigenen Produkten zu vereinfachen. Und leider sieht es in der Realität oft so aus, dass man als NutzerIn oder unabhängige/r ReparateurIn nicht an Reparaturanleitungen geschweige denn Ersatzteile kommt. Hier muss die Gesetzgebung einschreiten – und es tut sich auch etwas in Europa, was die Rahmenbedingungen rund um Reparatur betrifft.

So gelten etwa ab dem Jahr 2021 in der EU die neuen Ökodesign-Richtlinien. RepaNet hat gemeinsam mit RREUSE dafür lobbyiert – mit Erfolg. Das heißt, bestimmte Gruppen an Elektrogeräten müssen künftig reparierfreundlich designt werden. Auch Ersatzteile müssen von den Herstellern bereitgestellt werden. Diese Regelungen betreffen u.a. TV-Geräte, Bildschirme, Kühlschränke, Tiefkühler, Waschmaschinen und Geschirrspüler. (Lesen Sie mehr dazu in unserem RepaNews-Beitrag.) Doch das ist noch nicht genug.

Deshalb fordert eine Koalition aus europäischen Organisationen, der auch RepaNet angehört, mit der Kampagne „Right to Repair“ jetzt einen Systemwechsel, der ein universelles Recht auf Reparatur einschließt.

Ziel der Kampagne ist es, das Recht auf Reparatur inklusiv und zum Mainstream zu machen, indem einerseits BürgerInnen über derzeitige Möglichkeiten und Hemmnisse aufgeklärt werden und zugleich mobilisiert werden. Andererseits wollen wir gemeinsam die Politik beeinflussen, und folgende Forderungen sind hierbei der Grundkanon:

  • Informationen zu Reparaturen und Ersatzteile müssen für alle verfügbar gemacht werden – nicht nur für Professionelle
  • Produkte müssen reparierfähig konstruiert sein und eine lange Lebensdauer haben
  • ein EU-weites Reparatur-Labelling-System muss eingeführt werden, das reparierfähige und langlebige Produkte gut erkennbar macht

Zudem will „Right to Repair“ die Debatte über das Recht auf Reparatur auch über die Grenzen Europas hin ausweiten und sich auch in Diskussionen rund um Klimakrise, Kreislaufwirtschaft und SDGs einbringen. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf das Potential der Schaffung von „green jobs“ durch Reparatur gelegt, etwa in der Sozialwirtschaft. Hier befindet sich auch der zentrale Wirkungsbereich von RepaNet.

Geleitet wird die Kampagne von ECOS, dem Europäischen Umweltbüro, iFIXit, Runder Tisch Reparatur und dem Restart Project. Auch unser Dachverband RREUSE und einige europäische Partnerorganisationen sind mit dabei. In Österreich sind neben RepaNet unsere beiden Mitglieder ARGE Müllvermeidung und das Reparaturnetzwerk Wien Teil der Koalition.

Auf der Website der Kampagne gibt es auch einen eigenen News-Bereich mit Neuigkeiten rund um „Right to Repair“.

Mehr Infos …

Website der Kampagne „Right to Repair“

RepaNews: Einen Schritt weiter für verbesserte Reparierbarkeit

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RepaNews: Mehr Reparaturen stören Apple-Geschäfte

RepaNews: Forderungen nach Recht auf Reparatur

RepaNews: USA: Für ein Recht auf Reparatur

 

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