Der Zwischenbericht des Luxemburger Projektes “Rethink” definiert klar und kompakt konkrete Handlungsoptionen auf verschiedenen Ebenen, die Re-Use, Reparatur und Sharing in Luxemburg ankurbeln sollen. Viele Empfehlungen sind auch in Österreich anwendbar – lesen Sie hier mehr über den Neuzugang in der RepaThek.

„Reuse – Reduce – Repair/share – Rethink. Auf dem Weg zu einem neuen Wirtschaftsmodell. Im Fokus: Ressourcenschutz, Kreislaufwirtschaft, Gemeinwohl, langlebige Güter, Wiederverwendung, Reparatur und Teilen“ – Der Titel hält, was er verspricht. Der im Juni veröffentlichte Zwischenbericht des Luxemburger Projektes „Rethink“ deckt alle genannten Bereiche umfassend ab, skizziert basierend auf Interviews mit relevanten Stakeholdern klare Handlungspisten für die verschiedenen EntscheidungsträgerInnen und stellt diese zur Diskussion.

„Rethink“ ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Oekozenter Pafendall asbl und dem Mouvement Ecologique, die auf einer Konvention mit dem luxemburgischen Umweltministerium beruht. Ziel des Projekts ist die Förderung nachhaltiger und wirtschaftlicher Produktionsweisen von Gütern bzw. zukunftsfähiger Konsummodelle sowie die Erarbeitung von konkreten Vorschlägen zur Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Re-Use, Repair, Sharing und Gemeinwohlökonomie.

In medias res: Ab auf die Handlungspiste!

In Kapitel 4 des Berichtes werden konkrete Handlungspisten für Staat und Gemeinden angeführt. Auf nationaler Ebene wird etwa die Einbindung von sozialwirtschaftlichen Arbeitsinitativen in die Vorbereitung zur Wiederverwendung, etwa durch öffentliche Ausschreibungen, angeregt (z.B. „Nei Aarbecht“ oder CIGR). Nach dem Beispiel Frankreichs sollte zudem ein Teil der Gebühren, die im Bereich von Re-Use-fähigen Abfallströmen gesammelt werden, in die Finanzierung von sozialwirtschaftlichen Re-Use-Aktivitäten fließen – genauso ist es in Österreich wünschenswert und erforderlich, um die wichtigen ressourcenschonenden Arbeiten der sozialwirtschaftlichen Re-Use-Betriebe langfristig zu sichern und zu finanzieren.

Im Bausektor wird BauKarussell als Good Practice ins Feld geführt (S.39). Die Besonderheit des Start-ups ist die Verknüpfung von Kreislaufwirtschaft am Bau mit der Schaffung von Arbeitsplätzen für Benachteiligte. Auch die Schaffung einer Baumaterialbörse (BauKarussell hat bereits Ende 2019 einen Bauteilkatalog gelauncht) wird von den luxemburgischen ExpertInnen angeregt.

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ein weiteres zentrales Thema für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft, basiert dieser doch auf einem „gesellschaftlicher Mentalitätswandel“ (Zielsetzungen, S.7). Eine breite Sensibilisierungskampagne sollte diverse Kommunikationselemente verbinden. Als Beispiel wird hier RepaNet-Mitglied Reparaturnetzwerk Wien mit den auf Facebook veröffentlichten Reparaturtipps des Tages ins Feld geführt (S.45).

Wir haben hier nur einzelne Beispiele des sehr umfassenden Empfehlungskataloges herausgegriffen und empfehlen auch österreichischen EntscheidungsträgerInnen die Lektüre des Berichtes, liefert er doch basierend auf einer Analyse des politischen und rechtlichen Status quo (und die europäische Situation betrifft direkt auch Österreich) eine ganze Palette an Handlungsoptionen, die eine sozial orientierte Kreislaufwirtschaft nachhaltig ankurbeln und auch in Österreich gut umsetzbar sind.

Mehr Infos …

Zum Eintrag & Download in der RepaThek

Website Oekozenter Pafendall: Das Projekt „Rethink“ – „Reuse – Reduce – Repair / Share – Rethink” – Auf dem Weg zu einem neuen Wirtschaftsmodell

Oekozenter Pafendall: Überlegungen zum Projekt Rethink

RepaNews: Länderbericht des Europäischen Semesters: Österreich muss mehr in Re-Use, Reparatur und Kreislaufwirtschaft investieren

RepaNews: Ecopreneur-Studie zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft zeigt: RepaNet als Best Practice – Österreich hat noch Nachholbedarf

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