BauKarussell

Informationen:

Aktuelle Rückbauten

Falls Sie Interesse an Bau-Re-Use-Elementen, andere Ideen oder Fragen haben, schreiben Sie uns bitte an info(a)BauKarussell.at.

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Kurzbeschreibung

BauKarussell entwickelt sich zum ersten österreichischen Anbieter für den verwertungsorientierten Rückbau mit besonderem Fokus auf Wiederverwendung (=Re-Use) für großvolumige Objekte. In Zusammenarbeit mit großen Wiener Bauträgern werden im Bereich des Abbruch-vorbereitenden Rückbaus Re-Use-fähige Bauteile und Komponenten ausgebaut und für die Wiederverwendung im Neu- oder Umbau zur Verfügung gestellt. Parallel dazu werden recyclingfähige Baustoffe manuell getrennt und der stofflichen Verwertung zugeführt. Diese Arbeiten werden von Arbeitskräften aus sozialwirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt, die damit Qualifizierung, Jobtraining und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Das Projekt wird seit Anfang 2017 von der Abfallvermeidungsförderung der österreichischen Sammel- & Verwertungssysteme für Verpackungen, von der Initiative natürlich weniger Mist der Stadt Wien und vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort unterstützt. Gefördert werden außerdem die sozial-ökonomischen Betriebe DRZ (der „Die Wiener Volkshochschulen“ GmbH) und Caritas SÖB vom AMS Wien. BauKarussell wurde mit dem Umweltpreis der Stadt Wien 2018 und dem „Phönix Abfallvermeidung“ 2018 ausgezeichnet.

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Kontakt:

Baukarussell-Projektkoordination
pulswerk GmbH, DI Markus Meissner
+43-699-15 23 61 00
meissner(a)pulswerk.at

Öffentlichkeitsarbeit
RepaNet, Greta Sparer
greta.sparer(a)repanet.at

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Verwertungsorientierter Rückbau als Dienstleistungspaket für Bauherren

Die Rolle von BauKarussell im verwertungsorientierten Rückbau ist, den Bauherren in der Erfüllung seiner Verpflichtungen aus der Recycling-Baustoffverordnung (siehe nächster Abschnitt) bestmöglich zu unterstützen. In der Planungsphase bieten wir kompetente Beratung. In der Ausführungsphase führen wir fachgerechten und schonenden Ausbau von Bauteilen und Bauelementen für die Wiederverwendung aus und erzielen durch möglichst sortenreines Trennen von Baustoffen Fraktionen, die der stofflichen Verwertung zugeführt werden können. So kann der Bauherr die gesetzlichen Bestimmungen in der aktuell bestmöglichen Weise erfüllen. Außerdem spart er einen Teil der Kosten für die Entsorgung der Materialien ein, da diese soweit wie möglich vor dem maschinellen Abbruch bereits getrennt gesammelt werden und zusätzlich über die Verwertung Erlöse einbringen können.

Damit der Ablauf von der Schad- und Störstofferkundung über den Ausbau von Bauteilen und Bauelementen bis hin zur Übergabe an den maschinellen Rückbau für den Bauherren mit geringstem Koordinationsaufwand verbunden, effizient und zuverlässig ist, arbeitet BauKarussell bei Bedarf mit Kooperationspartnern aus der Schad- und Störstofferkundung und potentiellen Vertreibern von Bau-Re-Use-Produkten zusammen.

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Hintergrund: Die neue Recycling-Baustoffverordnung

Mit der aktuellen Fassung der Recycling-Baustoffverordnung wurde die EU-Abfallhierarchie auch im Österreichischen Baurecht implementiert. Konkret bedeutet dies, dass beim Rückbau die Wiederverwendung (Re-Use) bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung verpflichtend zu beachten ist und zwar vor dem Recycling. Die verantwortlichen Bauherren größerer rückzubauender Bauwerke sind verpflichtet, im Rahmen der Schad- und Störstofferkundung auch jene Bauteile zu dokumentieren, welche einer Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden können (§4 Abs.3). Weiters ist sicherzustellen, dass Bauteile, die einer Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden können, und welche von Dritten nachgefragt werden, so ausgebaut und übergeben werden, dass die nachfolgende Wiederverwendung nicht erschwert oder unmöglich gemacht wird. Der Ausbau von wiederverwendbaren Bauteilen hat vor einem allfälligen maschinellen Rückbau zu erfolgen (§5 Abs. 1).

Das bedeutet für die Praxis, dass zunächst auf jeden Fall alle unzerstört potentiell wiederverwendbaren Teile und Elemente zu dokumentieren sind, aber lediglich dann tatsächlich vor dem maschinellen Rückbau ausgebaut und übergeben werden müssen, wenn es eine konkrete Nachfrage gibt. Der Bauherr, bzw. die von ihm Beauftragten Projektentwickler sind demnach aufgefordert, auch den Nachfragemarkt nach gebrauchten Bauteilen in die Planung einzubeziehen, um beurteilen zu können, welche Bauteile zu dokumentieren sind.

Wenn eine solche Nachfrage Dritter für Bauteile, die einer Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden können, vorhanden ist, hat der Bauherr die Verpflichtung, diese nachfolgende Wiederverwendung nicht zu erschweren oder zu verunmöglichen. Der Bauherr ist also verpflichtet, den Ausbau geschehen zu lassen, muss aber nicht unbedingt die Kosten tragen. Eine ökonomische Betrachtung ist im Rahmen der Überlegungen ohnehin anzustellen.

Interessante Produkte für Re-Use sind beispielsweise die Bauprodukte Vollholzparkett, Vollziegel, Steinzeug, Natursteinwerk, Dachziegel; die Bauelemente Türen, Fenster, Fensterbeschläge, Säulen, Träger, sowie die Ausstattungsobjekte Sanitärobjekte, Heizkörper, Kachelöfen, Leuchtkörper, Stiegen, Geländer, Tischlerarbeiten, Dekor, aber auch Materialien wie Dachkies, Tore, haustechnische Anlagen, Jalousien, Betonbauelemente und vieles mehr.

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Pionierarbeit im Bau-Re-Use

BauKarussell schließe eine längst hinfällige Lücke in Österreich, sagte Josef Plank, Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, anlässlich der Verleihung des Umweltpreises der Stadt Wien an BauKarussell am 21. März 2018.

Zu Re-Use im großmaßstäblichen Baubereich fehlt in Österreich noch jede Praxiserfahrung, als Konsortium betreten wir völliges Neuland. Es gibt zwar bestehende Erfahrungen insbesondere aus der Schweiz, Belgien und den Niederlanden, diese fanden hierzulande aber noch wenig bis keine Beachtung. Die Modelle des Bauteilnetzes Deutschland bewegen sich in eher kleinerem Rahmen, eine Übertragbarkeit auf den großvolumigen Wohnbau und größere gewerbliche und industrielle Bauwerke und den österreichischen Markt ist nur bedingt möglich.

Um diese Lücke zu schließen, entwickelte das Projektkonsortium BauKarussell beginnend im Herbst 2016 sein Geschäftsmodell für ein Rückbau-Dienstleistungspaket und testete dies in größeren Rückbau- und Bauvorhaben in Wien pilotmäßig im Jahr 2017. Aus diesen Erfahrungen entstand BauKarussell in seiner heutigen Form als erster Anbieter seiner Art am österreichischen Markt für den verwertungsorientierten Rückbau.

Die an BauKarussell beteiligten Organisationen sind der Bauplaner Romm/Mischek ZT, die pulswerk GmbH (das Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Institutes), RepaNet (die Interessenvertretung der vorwiegend sozialwirtschaftlichen Re-Use-Betriebe Österreichs), sowie die beiden sozialwirtschaftlichen Betriebe Caritas SÖB (Wien) und das Demontage- und Recyclingzentrum DRZ der Wiener Volkshochschulen GmbH, welche im Auftrag und mit Mitteln des AMS Wien agieren. Sie bilden gemeinsam die baufachliche, ökologische, abfallwirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Dimension des Projektes ab. In der Gründungs- und Pilotphase beteiligte sich außerdem der SÖB WUK Bio.Pflanzen an BauKarussell.
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Erste Bauabwicklungen von BauKarussell

Coca-Cola Werk in Wien Favoriten

Durch umweltgerechte manuelle Demontage und die optimale Synergie von Re-Use und Recycling konnten beim Rückbau des Coca-Cola-Werkes im Auftrag des Bauherrnkonsortiums aus acht Bauträgern (u.a. ÖSW, ARWAG, Wiener Heim, GESIBA) 100.000 € Umsatz generiert werden. So wurden beispielsweise 5.000 Dachplatten des Coca-Cola-Werkes als Wärmedämmung im Neubau des Biotope City Quartiers für den Wiedereinsatz vor Ort bereitgestellt. Auch 3.000 m2 extensive Dachbegrünung, also die oberste Bodensubstratschicht samt der Pflanzendecke, wurden besichert und stehen zum Einsatz bereit. „Damit wurden insgesamt 450.000 kg Abfall vermieden“, so Markus Meissner vom Österreichischen Ökologie-Institut. Dies entspricht fast einem Prozent der Gesamtrückbaumasse – ein beachtlicher Wert für das erste österreichische Re-Use-Großprojekt im Baubereich. Matthias Neitsch, Geschäftsführer des Re-Use-Netzwerks „RepaNet“, schätzt das Re-Use-Potential bei den Rückbaumassen der nächsten Jahre auf bis zu zehn Prozent. In Österreich könnten damit langfristig bis zu 9.000 neue Jobs durch die Etablierung von Projekten wie BauKarussell entstehen. Durch die Beschäftigung in den sozialökonomischen Betrieben (SÖB) entstehen Chancen für benachteiligte Menschen, wie Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit Vermittlungshemmnissen, die in der Bauwirtschaft Fuß fassen wollen.

Glaspalast, Rathausstraße 1

Das zweite Bauabwicklungsprojekt, das ehem. Rechenzentrum der Stadt Wien, in der Rathausstraße 1 wurde im August 2017 für die BUWOG abgeschlossen. In 3.450 operativen Arbeitsstunden wurden knapp 74.000 kg an Materialien rückgebaut und der stofflichen Verwertung zugeführt. Dabei wurde ein Umsatz von 50.000 Euro generiert.

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Projektpartner

ROMM/MZT Architekt DI Thomas Romm ZT in Bietergemeinschaft mit
Dr. Ronald Mischek ZT GmbH

www.romm.at

Caritas SÖB
www.caritas-wien.at

Die Wiener Volkshochschulen GmbH – DRZ Demontage- und Recyclingzentrum Wien
www.drz-wien.at

pulswerk GmbH – das Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts
www.pulswerk.at

RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich
www.repanet.at

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Kooperationspartner

BauXund

www.bauxund.at

HarvestMAP

www.harvestmap.at

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Termine

24.9.2018: „Fachinformationstag Abfallwirtschaft 2018“, 9-13 Uhr in Graz. Markus Meissner präsentiert BauKarussell. Hier geht es zur Veranstaltung und Anmeldung.

29.9.2018: „Talk – Die Zukunft des Bauens“, 15 Uhr, im Rahmen der Vienna Design Week (26.9. – 7.10.) in der Festivalzentrale im ehemaligen Sophienspital, Apollogasse 19, 1070 Wien. Thomas Romm bringt die Urban-Mining-Sicht ein. Hier geht es zur Veranstaltung.

3.10.2018: „Tag der Umwelt- und Abfallberauftragten“, 9-16 Uhr in Wien. Markus Meissner stellt Kreislaufwirtschaft im Rückbau vor. Hier geht es zur Seite des Veranstalters.

14.1.2019: „Kreislaufwirtschaft im Rückbau – Konzeption, Challenges und Chancen des BauKarussell-Ansatzes“, Vortrag von Markus Meissner im Rahmen des Seminars Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft an der TU Wien.

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Pressespiegel

#BauKarussell auf Twitter

Aktuelle Informationen und Tweets zu BauKarussell finden Sie auf Twitter unter #BauKarussell.

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