Die komplette Projektdokumentation der Begleitung der Netzwerksentwicklung des Re-Use Netzwerkes Tirol von 2013 – 2015 ist nunmehr veröffentlicht. In den Pilotversuchen wurden Szenarien der Sammlung und Vorbereitung zur Wiederverwendung im Rahmen verschiedener kommunaler Sammelschienen mit sozialwirtschaftlichen Re-Use-Betrieben getestet und umfassend dokumentiert.

Insgesamt wurden bei 29 Re-Use-Sammeltagen in 21 Recyclinghöfen, 13 Sammlungen in Wohnhausanlagen und einer kontinuierlichen Sammlung Mengen und Aufwendungen detailliert dokumentiert. Im Zuge der Aktionen wurden mehr als 33.800 kg wieder in den Verkauf gebracht. 118.000 TirolerInnen und über die jeweiligen Angebote sowie über die Ziele und Grundsätze des Re-Use-Netzwerks Tirol informiert. Die Kernbotschaft, welche Gegenstände prinzipiell für eine Re-Use-Sammlung in Frage kommen, ist von der Bevölkerung verstanden worden, denn im Schnitt konnten 84 % der angebotenen Gegenstände nach der Erstprüfung vor Ort abtransportiert werden.

Die Ergebnisse sind bedingt übertragbar, wenn berücksichtigt wird, dass nicht alle Produktgruppen gesammelt wurden und dass es sehr unterschiedliche Sammelszenarien gab. Auch in Deutschland werden die österreichischen Aktivitäten sehr aufmerksam verfolgt, Berichtsautor Markus Meissner (ÖÖI) nach Präsentationen der Ergebnisse vor deutschen Fachpublikum: „Die Rückmeldungen und Kommentare erinnerten mich stark an unsere Situation vor mehreren Jahren. Österreich wird hier weiter voran gesehen.“

Nunmehr arbeiten die Partner an der Entwicklung regelmäßiger Sammlungen in ganz Tirol und an der Optimierung der Prozesse, um Re-Use auch wirtschaftlich auf nachhaltige Beine zu stellen. Die Projektpartner waren neben Land Tirol und Abfallwirtschaft Tirol Mitte zahlreiche Gemeinden bzw. Abfallwirtschaftsverbände, sozialökonomische Betriebe und deren Dachverband TISÖB, das Österreichische Ökologie-Institut und RepaNet. Die Aktivitäten wurden im Rahmen des Projektes CERREC initiiert und zum Teil mit EU-Fördermitteln durchgeführt.

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