© Harald Wanetschka / pixelio.de

In dem Projektkonsortium PROMPT wird zurzeit an der Entwicklung eines Testprogramms gearbeitet, das künftig die Bewertung der Lebensspanne von Produkten ermöglichen soll.

2016 wurden weltweit 44,7 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikmüll erzeugt. Eine horrende Zahl, die vor allem auch auf kurzlebige Produkte zurückzuführen ist. Oft ist geplante Obsoleszenz daran schuld, dass Dinge frühzeitig kaputtgehen – doch wann kann man mit Sicherheit davon sprechen? Hier will das Projekt PROMPT Abhilfe schaffen. Das Konsortium setzt sich aus Forschungsinstituten, KonsumentInnenorganisationen und Dachverbänden zusammen. Aus dem Praxisbereich sind RepaNet-Mitglied Reparatur- und Service-Center R.U.S.Z  und iFixit beteiligt.

Im Rahmen von PROMPT wird seit Projektstart im Mai 2019 ein unabhängiges Testprogramm entwickelt, mit dem vier Gruppen von elektrischen und elektronischen Produkten auf geplante Obsoleszenz überprüft werden können. Das Ziel ist es, eine fundierte Bewertung von Produkten zu ermöglichen, bevor diese auf den Markt kommen.

Komponenten, Design & Reparaturfähigkeit

Die betrachteten Hauptfaktoren sind unter anderem die Qualität der Komponenten sowie das Produktdesign hinsichtlich Re-Use- und Reparaturfähigkeit. In einem ersten Schritt sammelt das Projektteam Daten aus allen Feldern, die für Obsoleszenz relevant sind – etwa direktes Feedback von KonsumentInnen, Test- und Designanalysen, Marktinformationen und Umweltaspekte. Das Testprogramm wird auf dieser Basis und in dem Multi-Stakeholder-Zugang entwickelt. Die Ergebnisse können künftig von EntscheidungsträgerInnen, ProduzentInnen und KonsumentInnen-Organisationen verwendet werden, um elektrische und elektronische Produkte (EEE – electrical and electronic equipment) zu testen.

Dieses Projekt ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu langlebigen Produkten, die im Zentrum einer Kreislaufwirtschaft zirkulieren. Künftige Standardisierungen von Produkten, Designvorgaben auf politischer Ebene sowie Entscheidungen von ProduzentInnen können dadurch maßgeblich in eine ökologisch nachhaltige Richtung gelenkt werden. Und auch für KonsumentInnen bringt es Verbesserungen, da die Entscheidung für ein langlebiges Produkt dadurch erleichtert werden soll.

Mehr Infos …

Website des Prompt Project

RepaThek: Diplomarbeit: Geplante Obsoleszenz und ihre rechtliche Regelung

RepaNews: UBA Deutschland stellt Strategien gegen Obsoleszenz vor

RepaNews: AK Wien veröffentlicht Artikel zur Obsoleszenz

RepaNews: Neues Gesetz in Frankreich: Geplante Obsoleszenz ist Betrug!

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