Foto: RepaNet

„Früher war alles besser!“ Dies stimmt zwar sicher nicht für alle Lebensbereiche, allerdings kann dieser Satz sehr wohl auf die Qualität von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Trockner oder Kühlschränke umgemünzt werden, denn die Lebensdauer dieser Produkte sinkt auffällig rasant. Der Amerikaner Ryan Finlay hat dazu einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem er Geräte von vor teilweise 40 Jahren und heute vergleicht – das Ergebnis ist schockierend. (Quelle: ReCraigslist)

Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner – Geräte, die man sich einmal kauft und dann halten sie. Oder nicht? Die Qualität dieser Produkte ist in den vergangenen Jahren drastisch gesunken, heute muss schon damit gerechnet werden, dass ein neugekauftes Produkt nach ca. 2-3 Jahren mindestens eine Reparatur benötigt. Das Problem dabei ist, dass die Reparaturen dafür oft sehr teuer sind und viele Menschen dazu neigen, sich statt der hohen Kosten für die Instandsetzung gleich ein Neugerät anzuschaffen.

Laut Ryan Finlay, einem amerikanischen Reparateur, sind folgende Punkte ausschlaggebend für das Sinken der Qualität:

  • => Zu wenig Konkurrenz

    Durch die großen Monopolhersteller ist es schwierig, eine gute Konkurrenz zu sichern, die auch eine Steigerung der Produktqualität zur Folge hätte.

  • => Geplante Obsoleszenz

    Die meisten der Waren sind so konstruiert, dass sie gar nicht lange halten können, sondern aufgrund von kleinen technischen Fehlern oft nicht mehr verwendbar sind. Beispiele hierfür sind schlechte Lackierung von Geräten mit Wasserverbrauch, da hier oft Rost entsteht, sehr dünne Metallwände, wodurch Beulen entstehen und das Gerät generell nicht stabil ist, oder das Kleben statt Schrauben von Türen usw. Dies alles sind Mechanismen, welche letztendlich dazu beitragen, dass viele Geräte, die an sich lange funktionieren würden, frühzeitig kaputtgehen.

  • => Viel Verwirrung um Produktqualität

    Eine Marke bedeutet nicht, dass ein Produkt hochwertig ist – unter diesem Deckmantel werden allerdings viele Billigteile um viel Geld verscherbelt. Was nun wirklich hochwertg ist und was nicht, das wissen meistens nur KönnerInnen im jeweiligen Bereich.

Der Appell ist klar – es sollten Waren produziert werden, die lange halten und nicht schon nach wenigen Jahren aufgrund von sehr einfach auszugleichenden Fehlern kaputtgehen. Doch bei den großen Firmen ist es schwierig, anzusetzen, denn anfangen sollte man auch bei sich selbst. Um dies zu schaffen, sollten mehrere Hebel in Gang gesetzt werden. Einer davon ist das Reparieren von kaputten Produkten, was von staatlicher Seite gefördert werden sollte. Hierfür veröffentlichte das europäische Re-Use Netzwerk RREUSE ein Positionspapier, an dem auch RepaNet mitgearbeitet hat (RepaNet berichtete).

Zum vollständigen Blogbeitrag von Ryan Finlay (Englisch) hier…

Zum RepaNet Artikel über die Reparatursteuer hier…

Zum Positionspapier von RREUSE (Englisch) hier…

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