© Zelena Akcija

Im Mai eröffnete das erste Re-Use-Zentrum in Kroatien und zwar im Norden in Prelog. Damit ergänzen die Stadt und die umliegende Region ein ganzes Abfallvermeidungssystem, das in den letzten Jahren in Übereinstimmung mit den Empfehlungen von Zero Waste Kroatien (Zelena Akcija) entwickelt wurde. Außerdem haben zwei neue Gemeinden (Belica und Dekanovec) eine Zero-Waste-Strategie unterzeichnet und sich damit ehrgeizige Ziele für Abfalltrennung, Recycling und Kompostierung gesetzt. (Quelle: Zelena Akcija, Friends of the Earth Croatia)

Die Eröffnung eines Re-Use-Zentrums ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines umweltfreundlichen Abfallmanagements in Prelog und Umgebung, das getrennte Müllsammlung und Abholung direkt von den Haushalten, eine Kompostieranlage, eine Sortieranlage und einen Recyclinghof beinhaltet. Das Re-Use-Zentrum in Prelog besteht aus zwei Teilen: dem 220 Quadratmeter großen Verkaufsbereich und dem ebenso großen Lager- und Werkstattbereich. Sowohl Sperrmüll, als auch Schuhe, Kleidung, Bücher, Spielzeuge, Sportausstattung und vieles mehr, das normalerweise im Müll landen würde, wird hier repariert und einem neuen Nutzungszyklus zugeführt. Neben der Vermeidung von Abfällen schafft die arbeitsintensive Re-Use-Aktivität außerdem viele Arbeitsplätze, unter anderem für Menschen mit Beeinträchtigung.

Gleichzeitig mit der Eröffnung des Re-Use-Zentrums feierte das öffentliche Abfallbehandlungsunternehmen Pre-Kom aus Prelog sein 15-jähriges Bestehen, und zwei neue Gemeinden (Belica and Dekanovec) unterzeichneten die Zero-Waste-2020-Strategie; sie planen bis 2020 siebzig Prozent der Abfälle zu trennen. Im Februar letzten Jahres hatte in Prelog die Zero Waste Konference stattgefunden, wo auf die Initiative von Zelena Akcija die Stadt Prelog und sechs Gemeinden, in denen PRE-KOM die öffentliche Abfallbehandlung durchführt, die europäische Zero-Waste-2020-Strategie unterzeichneten. Damit haben sie sich dazu verpflichtet, bis 2020 noch höhere Ziele in der Müllermeidung, -trennung und im Recycling zu erreichen als bereits in den vergangenen Jahren. Um die Ergebnisse dieser Bemühungen zu überprüfen und um Empfehlungen für weitere Verbesserungen zu geben, führte Zelena Akcija eine Studie durch. PRE-KOM bemüht sich derzeit, die Empfehlungen umzusetzen.

Die Studie ergab, dass die Maßnahmen 2016 zu 3.300 Tonnen an Recyclingstoffen, mehr Beschäftigung und geringeren monatlichen Ausgaben für die Menschen vor Ort führten. Das jährliche Abfallaufkommen pro Kopf ist von 98,8 kg auf 89,95 kg gesunken. Insgesamt wurden 53,12 Prozent der Abfälle getrennt gesammelt und verarbeitet. 2015 wurden nur 49,58 Prozent der Abfälle getrennt, was immer noch deutlich über dem kroatischen Durchschnitt lag (17 Prozent), aber auch über dem europäischen (44 Prozent). Mit diesem Ergebnis konnte PRE-KOM seine Führungsposition im umweltfreundlichen Abfallmanagement in Kroatien und seine Vorbildrolle im Netzwerk von Zero Waste Europa bestätigen.

Zu Zero Waste Europa gehören über 350 europäische Städte und Gemeinden. Sie haben alle die Zero-Waste-Strategien adaptiert und setzen sich unter Berücksichtigung des Umweltschutzes und den Bedürfnissen der Bevölkerung für ein hochwertiges Abfallbehandlungssystem ein. In Österreich wird Friends of the Earth von Global 2000 vertreten.

Zum Artikel auf Zelena Akcija, Friends of the Earth Croatia (Englisch) hier…

Weiterführende Links:

Zero Waste Konferenz in Prelog 2016 (Englisch)

Studie zum Abfallmanagement in der Region unteres Medjimurje, Kroatien (Englisch)

Friends of the Earth Österreich, Global 2000

Was heißt Zero Waste bei Saubermacher

Zero Waste in Schottland

 

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