© Vorarlberger Umweltverband. V.l.: Markus Meissner, Umweltverbands-Obmann Bgm. Rainer Siegele, LR Johannes Rauch, Matthias Neitsch

Re-Use ist ein zukunftsweisendes Konzept, das auf globaler, nationaler und regionaler Ebene immer wichtiger wird. In Österreich gibt es zahlreiche Initiativen in den einzelnen Bundesländern, um Re-Use zu fördern und die Menge an wiederverwendeten Gütern zu steigern. So auch in Vorarlberg, wo man das Potenzial in Zukunft noch mehr ausschöpfen will. Bei einer Pressekonferenz am 18.März in Dornbirn wurde über das Thema Re-Use und die politischen Herausforderungen, die damit verknüpft sind, diskutiert – mit am Podium war auch RepaNet.

„Neben dem Vermeiden von Abfällen ist Re-Use eine abfallwirtschaftliche Strategie und gleichzeitig persönliche Haltung, die Umwelt und Ressourcen sehr effizient schont“, zeigte Landesrat Johannes Rauch als Umwelt- und Abfallreferent der Vorarlberger Landesregierung bei der Pressekonferenz zum Thema Re-Use Mitte März auf. Denn während beim Recycling die Materialien mit entsprechendem Aufwand getrennt, zerkleinert oder eingeschmolzen werden, behält der Gegenstand beim Wiederverwenden/Re-Use seine ursprüngliche Funktion. Für Re-Use sprechen neben ökologischen Argumenten auch die positiven Beiträge zum Arbeitsmarkt speziell für dort benachteiligte Personengruppen sowie das durchaus gefragte Angebot an Gebrauchtwaren für umwelt- und kostenbewusste Kundinnen und Kunden.

Re-Use: Möglichkeiten und Potenziale

In Vorarlberg wurden in den letzten Jahren die öffentlichen Re-Use-Möglichkeiten durch Gemeinden, Land, Umweltverband und ihre Partner ausgebaut: Neben ganzjährigen Abgabemöglichkeiten für Bekleidung und Elektrogeräte wird mit den Re-Use-Sammeltagen ein zusätzlicher Fokus auf Haushaltsgegenstände gelegt, erläuterte Bgm. Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes. Hier gibt es eine enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Caritas, integra und Lebenshilfe Vorarlberg. Über Details und Sammeltermine informiert die Website vom Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Umweltschutz. ( www.abfallv.at) Ziel der Initiative ist, den Re-Use-Anteil in Vorarlberg zu steigern. Speziell bei Elektrogeräten sieht man hier noch viel Potenzial.
Die Re-Use-Sammeltage in Vorarlberg wurden bisher gut angenommen – so wurden etwa an acht Tagen in vier Altstoffsammelzentren 9.600 Kilogramm an gebrauchten Gütern abgegeben, davon waren über 80 Prozent Re-Use-geeignet, 5.328 Kilogramm gingen schließlich in den Verkauf. Diese Quote liegt im österreichweiten Schnitt. „Die Kernbotschaft ist bei der Bevölkerung gut angekommen“, bestätigt Markus Meissner vom Österreichischen Ökologie-Institut. Durch Sammelangebote wie diese werden zusätzliche Mengen der Wiederverwendung zugeführt, die sonst meist im Müll landen würden. RepaNet freut sich über die Entwicklung hin zu mehr Re-Use in Vorarlberg. Neben politischen Aspekten ist hier auch Bewusstseinsbildung und der engagierte Einsatz von Initiativen und Privatpersonen essentiell. Landesrat Johannes Rauch bedankte sich bei allen, „ die sich in diesem Bereich engagieren und beispielsweise Repair-Cafés, Flohmärkte oder Tausch-Partys veranstalten“ und so dazu beitragen, dass Re-Use-Mengen vermehrt ausgeschöpft werden. Der Umweltverband Vorarlberg hat zu diesem Thema einen originellen, ansprechenden Re-Use Spot produziert, der Re-Use ganz sportlich betrachtet.

© Vorarlberger Umweltverband. V.l.: LR Johannes Rauch, Umweltverbands-Obmann Bgm. Rainer Siegele, Markus Meissner, Matthias Neitsch

Kreislaufwirtschaft und Arbeitsmarktpolitik: Allianz ist nötig

Um Re-Use und innovative Sammelkonzepte zu fördern, braucht es starke Partnerschaften und einen intensiven Dialog zwischen Kreislaufwirtschaft und Arbeitsmarktpolitik. An dieser Herausforderung arbeitet RepaNet seit Jahren intensiv: „Verschiedene soziale Unternehmen erbringen im Re-Use-Bereich wichtige Leistungen, sind aber jetzt von Kürzungen der Mittel für den Arbeitsmarkt bedroht“, erläuterte Matthias Neitsch von RepaNet bei der Pressekonferenz. Wir von RepaNet plädieren deshalb für eine neue Allianz zwischen den Akteuren der Kreislaufwirtschaft und der Arbeitsmarktpolitik, denn Re-Use muss als wünschenswerte Aktivität mit gesellschaftlichem und ökologischem Zusatznutzen auch künftig über gezielte Förderung der Sozialwirtschaft abgesichert werden. Auf europäischer Ebene geben die EU-Abfallrahmenrichtlinie und das EU-Kreislaufwirtschaftspaket einen Rahmen vor, der deutliche Verbesserungen mit sich bringen soll. In Österreich ist die Umsetzung in nationales Recht im Gang. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.

Mehr Infos …

Termine und Informationen zu den Re-Use-Sammeltagen in Vorarlberg

Medienbericht des ORF Vorarlberg

Fernsehbericht in Vorarlberg heute (Minute 9:35-10:25, online bis 25.3.2019)

Kommunal Online-Bericht: Vorarlberger Gemeinden laden zu Re-Use-Sammeltagen

Presseaussendung des Landes Vorarlberg

Spot des Umweltverband Vorarlberg zum Thema Re-Use

RepaNews: Re-Use von Elektrogeräten wird in Vorarlberg ausgebaut

RepaNews: Ausbau von Repair-Cafés und Re-Use-Netzwerk

RepaThek: Abschätzung des Re-Use Potenzials für Gebrauchtwaren aus der kommunalen Abfallwirtschaft in Vorarlberg

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