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Bei einem Treffen der EU-UmweltministerInnen in Helsinki wurde intensiv über Kreislaufwirtschaft diskutiert – inklusive der Möglichkeit der Ausweitung des EU-Kreislaufwirtschaftsplans auf weitere Sektoren – darunter Bau und Textilien.

Kreislaufwirtschaft stand hoch im Kurs bei der informellen Tagung der EU-Umwelt- und KlimaministerInnen im Juli. Man kam überein, dass das gemeinsame Ziel eine Gesellschaft sein müsse, die Ressourcen nicht verschwende, sondern durch innovative Problemlösungen neue Geschäftsmöglichkeiten eröffne. Produktion und Konsum müssen auf den 6 Nachhaltigkeits-Rs aufbauen: refuse, reduce, reuse, repair, remanufacture und recycle. „Durch den Übergang von einer Wegwerfkultur hin zur Kreislaufwirtschaft könnten wir alleine in der EU die Treibhausgasemissionen der Industrie bis 2050 halbieren.“, so Umwelt- und Klimaschutzministerin Krista Mikkonen, Gastgeberin des Treffens im Rahmen der finnischen EU-Ratspräsidentschaft.

Bau und Textilien auf den Plan

Der Circular Economy Action Plan der EU fokussiert sich noch relativ stark auf Recycling – vielleicht steht uns aber bald ein Update ins Haus. Diskutiert wurde von den MinisterInnen nämlich auch die Ausweitung des Kreislaufwirtschaftsplans auf weitere Sektoren: Bau, Textilien, Mobilität und Lebensmittel. Zudem müssen kreislaufwirtschaftliche Maßnahmen schneller umgesetzt werden, entschied man.

Das weitere Vorgehen: Finnland, das bis Ende 2019 die EU-Rats-Präsidentschaft innehat, wird auf Basis der Diskussionen Schlussfolgerungen ausarbeiten, die eine Kreislaufwirtschafts-Roadmap für die neue EU-Kommission für die nächsten fünf Jahre vorgeben. Der EU-Rat „Umwelt“ soll diese dann im Herbst behandeln.

Kommt die sozial-grüne Wende?

Diese Entwicklungen sind erfreulich. Auf der strategischen Agenda des Europäischen Rates für die nächsten fünf Jahre wurde bereits eine Verbindung zwischen der Schaffung eines inklusiven, sozialen Arbeitsmarktes und Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie Kreislaufwirtschaft geschaffen – so solle die „grüne Wende“ auf sozialem Boden bauen und niemanden zurücklassen. Dafür setzt sich RepaNet seit jeher ein, und unsere Mitglieder sind die besten Praxisbeispiele, wie gut eine solche Fusion funktioniert.

Wir sind gespannt, was sich während der Ratspräsidentschaft von Finnland diesbezüglich weiter bewegt. „Finnland führt den Vorsitz im Rat der EU zu einem kritischen Zeitpunkt: Jetzt ist es an der Zeit, die Klimakrise zu lösen. Die Rolle der EU als Vorkämpferin für den Umweltschutz muss jetzt auf ein neues Level gehoben werden“, bilanziert Ministerin Mikkonen. Zentral wird auch, dass die EU-Institutionen wirklich ambitionierte Maßnahmen ergreifen, die eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft, die auf der Wiederverwendung und Reparatur von Gütern basiert, vorantreiben – und dass diese von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

RepaNet wird sich gemeinsam mit RREUSE dafür einsetzen, dass in der EU eine Kreislaufwirtschaft umgesetzt wird, in der Güter bewegt werden, die wirklich lange haltbar, wiederverwendbar und reparierbar sind und die am Ende der Lebensphase möglichst rückstandslos und mit geringem Energieaufwand rezyklierbar sind.

Mehr Infos …

Klima- und Umweltministertagung: EU muss ambitionierte Politik für Kreislaufwirtschaft stärken

RREUSE: EU environment and climate ministers support a shift towards a truly circular economy

RREUSE: European Council’s strategic agenda 2019-2024: Looking promising for social enterprises in the circular economy

European Council: A new strategic agenda 2019-2024

RepaNews: Wie zirkulär ist die europäische Wirtschaft?

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