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Die steirische Reparaturprämie ist ein voller Erfolg. Erst Anfang des Jahres wurde sie eingeführt, und schon ist das Budget ausgeschöpft – ein klares Zeichen dafür, dass die KonsumentInnen Reparaturdienstleistungen sehr gut annehmen und dass es mehr derartige Unterstützungen und Förderinitiativen – auch auf bundesweiter Ebene – braucht.

Pro Jahr landen in der Steiermark rund 15 Mio. kg Elektrogeräte auf dem Müll, das entspricht etwa 24 kg pro Haushalt. Von den geschätzten 5 Mio. Elektrogeräten, die jährlich in der Steiermark zu Abfall werden, konnten heuer etwa 1.000 durch Unterstützung des Landes Steiermark vor diesem Schicksal bewahrt werden.

Mittlerweile gibt es bereits drei Fördertöpfe in Österreich, aus denen Reparaturprämien für Privatpersonen ausbezahlt werden: Graz, Oberösterreich und Steiermark. In der Steiermark dauerte es allerdings nicht lange, bis das Budget erschöpft war, denn der Andrang war sehr groß. Eingereicht werden konnten Dienstleistungen, die bei einem regionalen, im „Reparaturführer“ gelisteten Unternehmen in Anspruch genommen wurden. Gefördert wurde mit bis zu € 100.

Lebensdauer von 1.000 Elektrogeräten verlängert

Die Aktion wurde in der Steiermark von Beginn an so gut angenommen, dass die finanziellen Mittel im März weiter aufgestockt wurden. Die vom Land Steiermark insgesamt zur Verfügung gestellten € 80.000 waren dennoch mit Ende April bereits ausgeschöpft. Mit dem Ergebnis ist man zufrieden: Im Rahmen des Projektes „Reparaturprämie Steiermark“ konnten insgesamt mehr als 1.000 Elektrohaushaltsgeräte repariert und somit ihre Lebensdauer verlängert werden.

Erfahrungen als Basis für bundesweites Maßnahmenpaket

Nun geht es an die Evaluierung, im Zuge derer auch dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) Daten und Erfahrungen übermittelt werden. Auf dieser Basis kann ein gesamtheitliches österreichisches Modell entworfen werden. Nun liegt der Ball bei der Bundespolitik: Es gilt, unterschiedliche Maßnahmen zu kombinieren, um Re-Use und Reparatur von Gebrauchsgegenständen in privaten Haushalten dauerhaft und nachhaltig zu fördern.

Neben der Reparaturprämie, welche auf ganz Österreich ausgeweitet werden muss, sind das Steuererleichterungen auf Reparaturdienstleistungen und Gebrauchtwarenkauf, durch Mehrwertsteuersenkungen oder andere Maßnahmen. Dauerhaft gefördert werden müssen auch Initiativen wie Reparaturcafés: Hier werden soziale und ökologische Aspekte in einem zwischenmenschlichen Austausch miteinander verknüpft, und auch regionale Reparaturbetriebe erleben dadurch einen Aufschwung. Die langfristige finanzielle Absicherung von Re-Use-Partnerschaften zwischen Kommunen und sozialwirtschaftlichen Re-Use-Betrieben muss ebenso auf die To-do-Liste des Bundes.

Jetzt unterschreiben: Parlamentarische Petition für Reparatur

Am freien Markt sind Ressourcenverschwendung und Wegwerfen derzeit noch immer kurzfristig betriebswirtschaftlich attraktiver – ein Zustand, den es dringend auszugleichen gilt! Deshalb muss die Regierung wirksame und langfristig stabile Maßnahmen setzen, um den stabilen Übergang zu kreislauftauglichen Geschäftsmodelle für nachhaltigen Konsum zu schaffen.

An dieser Stelle wollen wir unsere LeserInnen auch auf eine aktuelle und sehr wichtige, von RepaNet-Mitglied R.U.S.Z gestartete, Parlamentarische Petition hinweisen: „Für den Schutz des heimischen Reparaturgewerbes, gegen die Vernichtung wertvoller Rohstoffe“. Gefordert wird eine Reduktion der Mehrwertsteuer auf Reparaturdienstleistungen und eine flächendeckende Reparaturförderung, unterschrieben werden kann online. RepaNet unterstützt diese Anliegen zu 100%  – unterschreiben auch Sie!

Mehr Infos …

Parlamentarische Petition: „Für den Schutz des heimischen Reparaturgewerbes“

Infos zur Reparaturprämie Steiermark

Reparaturförderung der Stadt Graz

Reparaturbonus des Landes Oberösterreich

Repa-News: Reparaturprämie jetzt auch in der Steiermark

Repa-News: Steiermark und Oberösterreich berichten von ihrer Reparaturprämie bei der RREUSE-Konferenz im Jänner 2019

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