© Dreikönigsaktion

Billige Produktion ist neben vielen weiteren Faktoren maßgeblich mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen verbunden. Doch auch an teuren Markenprodukten verdienen meist nur große Firmen. Die ArbeiterInnen, die an der Herstellung beteiligt sind, sehen nur einen Bruchteil vom Gewinn. Allzu oft sind es Kinder. Mit der Kampagne „Kinderarbeit stoppen“ will die Dreikönigsaktion nun die Politik dazu bewegen, in Österreich und Europa gesetzlich bindende Rahmenbedingungen gegen Kinderarbeit zu schaffen. Auch Re-Use kann durch eine möglichst lange Produktnutzungsdauer dazu beitragen, Kinderarbeit einzudämmen.

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes fordert es klar und deutlich: Kinder dürfen keine Arbeiten verrichten, die gefährlich sind oder die sich schädlich auf ihre Entwicklung auswirken. Weiters muss sichergestellt werden, dass sie zur Schule gehen können. Auch viele nationale Gesetzgebungen schreiben dies vor. Leider sieht die Realität in vielen Teilen der Erde anders aus.

Firmen machen Profit, Kinder müssen arbeiten

Die UN-Konvention sowie auch andere Gesetze werden von vielen Firmen umgangen, um ihren Bedarf an billigen Arbeitskräften sicherzustellen. Kinder werden u. a. in Bergwerken und Steinbrüchen, auf Plantagen oder in Fabriken eingesetzt. Sie werden innerhalb einer Produktionskette ausgebeutet, an deren Ende oft VerbraucherInnen in Österreich und Europa stehen.

Ein Umstand, der mit der Kampagne „Kinderarbeit stoppen“ nun geändert werden soll. Die Kampagne „Kinderarbeit stoppen“ wird in Österreich gemeinsam von der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar und der AutorInnengruppe Butterfly Rebels, sowie parallel in Deutschland vom Kindermissionswerk Die Sternsinger durchgeführt.

Forderung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in Österreich und Europa

Ziel der Kampagne ist es, in Österreich Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir oft KonsumentInnen von Produkten sind, in deren Entstehung auch ausbeuterische Kinderarbeit eingeflossen ist. Die Wahrnehmung dafür muss geschärft, die Politik zur Verantwortung gezogen werden. Auf der Kampagnen-Website kann sich jede und jeder mit einer E-Mail an die verantwortlichen PolitikerInnen an der Kampagne beteiligen.

Von den politischen EntscheidungsträgerInnen wird gefordert, umfassende menschenrechtliche Sorgfaltspflichten auf österreichischer und europäischer Ebene gesetzlich verbindlich zu verankern. Nur so können Unternehmen in die Pflicht gezogen werden, Verantwortung für ihre Produktionsbedingungen, die sich oft auf Zulieferfirmen und Tochterunternehmen erstrecken, zu übernehmen und diese zu ändern. Produkte, in denen Kinderarbeit steckt, sollen künftig in Europa keinen Absatzmarkt mehr auffinden.

Ein Verbot alleine wird allerdings nicht wirksam sein. Familien im globalen Süden sind auch auf das Einkommen angewiesen, das ihre Kinder erzielen. Deshalb müssen in den betreffenden Ländern alternative Verdienstmöglichkeiten für Familien geschaffen und das Bildungsprogramme für Kinder aufgebaut werden. Die Dreikönigsaktion arbeitet hierzu mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen.

Re-Use als Beitrag am Weg gegen Ausbeutung

Hinter der Beibehaltung menschenrechtsverletzender Arbeitsbedingungen steht maßgeblich der momentan sehr hohe Bedarf an Produkten, etwa im Elektronikbereich. Das heißt also, es muss auch dieser hohe Bedarf an neuen Produkten dringend und deutlich gesenkt werden. Re-Use und Reparatur können hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Denn durch die Verlängerung der Nutzungsdauer wird der Absatz von neuen Gütern gesenkt – und somit auch der Bedarf an billigen Arbeitskräften wie Kindern. Auch hier gilt es, den gesetzlichen Rahmen nachzuschärfen, um die Bedingungen für Re-Use und Reparatur zu fördern. Dafür machen wir von RepaNet uns gemeinsam mit unserer europäischer Partnerorganisation RREUSE stark.

Mehr Infos …

Details zur Kampagne mit den genauen Forderungen und Möglichkeit zur Unterstützung

Link zur parallelen Kampagne von Die Sternsinger in Deutschland

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