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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers empfiehlt Unternehmen in der vor kurzem veröffentlichten Studie „The Road to Circularity“ den Umstieg zur Kreislaufwirtschaft und zeigt auch auf, wie diese davon profitieren können. Wir haben reingelesen.

Immer mehr Unternehmen entdecken die Kreislaufwirtschaft für sich. Nun hat PricewaterhouseCoopers (PwC), eine der umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, klare Argumente für Circular Economy aus unternehmerischer Sicht in einer Studie zusammengefasst, die wir auch in der RepaThek zur Verfügung stellen. Die Empfehlung: Wenn Unternehmen Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in ihre Geschäftsmodelle integrieren, erfüllen sie damit nicht nur immer dringendere ökologische Notwendigkeiten, sondern sichern sich auch zahlreiche Vorteile. Birgit Haberl-Arkhurst, Nachhaltigkeitsexpertin bei PwC Österreich, erklärt: „Unternehmen, die es schaffen, sich neu zu erfinden und innovative Geschäftsmodelle auf Basis der Circular Economy als neue Normalität zu etablieren, werden Erfolg ernten.“

Die Strategien basieren dabei auf drei Grundprinzipien:

  • Ressourcen effizient einsetzen und wo immer möglich erneuerbare Materialien priorisieren
  • die Nutzung und Lebensdauer von Produkten maximieren
  • auf Neben- und Abfallprodukte setzen, um Neues herzustellen

Im zweiten Bereich wird dabei auch auf Re-Use und Sharing-Modelle gesetzt – das zentrale Anliegen von RepaNet. Durch Veränderungen in den gesetzlichen Vorgaben prognostiziert PwC neue Märkte für Güter und Dienstleistungen, die derzeit nicht rentabel sind, wie etwa in den Bereichen Elektronik, Mode und Mobilität. Hierzu ein Auszug aus der PwC-Presseinformation: „Wie die Studie zeigt, wird ein Kreislauf aus häufig geringer Nachfrage und geringem Angebot aber erst dann durchbrochen, wenn eine gewinnbringende Menge wiederverwertet werden kann, Regulierung Anreize schafft oder sogar Quoten vorgibt. Gleichzeitig eröffnen Circular-Economy-Ansätze Geschäftschancen durch neue Second-Hand-Märkte und Geschäftsmodelle der Sharing Economy. Das wird in naher Zukunft beispielsweise bei elektronischen Geräten, Mobilität und im Bereich Mode/Textilien zu veränderten Märkten führen und nicht nur Ressourcenschonung fördern, sondern auch neue Business Cases entstehen lassen.“

Die Maßnahmen, die den Unternehmen vorgeschlagen wurden, sind stimmig mit dem Modell der Kreislaufwirtschaft, wie es die EU vorsieht. Die AutorInnen haben erkannt, dass die größte Umweltentlastung meist durch die Verlängerung der Nutzungsphase erreicht wird.

Wir sind jedoch der Meinung, dass die rein unternehmerische Sicht in dieser Publikation nur ein Teil der Lösung sein kann. Beispielsweise wird des Öfteren von der Entkoppelung von wirtschaftlicher Aktivität und Umweltbelastungen gesprochen. In einer aktuellen Publikation des europäischen Umweltbüros („Decoupling Debunked“, in der RepaThek verfügbar) wird dieser „Green Growth Mythos“ durch die Auswertung zahlreicher Studien widerlegt.

Mehr Infos …

Zum RepaThek-Eintrag mit Download-Link

Deutsche Zusammenfassung auf PwC-Website

RepaNews: Deutsches Unternehmen macht erfolgreiches Möbel-Upcycling

RepaThek: EEB-Studie „Decoupling Debunked“

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