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Das Reparaturgewerbe hat es in der heutigen Zeit nicht leicht. Um das zu ändern, braucht es gesamtgesellschaftliche Anstrengungen. Dabei hat es die Politik in der Hand, Anreize zu schaffen – etwa durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Reparatur sowie durch die Einführung einer flächendeckenden Reparaturförderung. Das fordert RepaNet-Mitglied Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z mit einer parlamentarischen Petition – unterstützen auch Sie diese wichtigen Anliegen jetzt!

Die Zeichen sind eindeutig: Die Zeit der Wegwerfgesellschaft ist abgelaufen. Denn Massenprodukte, die in Niedriglohnländern mit oft katastrophalen Folgen für Natur und Mensch produziert werden, um billige Preise und einen großen Absatz mit hohen Gewinnspannen zu ermöglichen, haben uns in den letzten Jahrzehnten in rasantem Tempo zu einer in vielen Belangen blinden Gesellschaft gemacht. Und nun haben wir mit den Auswirkungen unseres eigenen Tuns zu kämpfen: Wachsende Müllberge, allgegenwärtiges Plastik, Raubbau an Rohstoffen und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind die Folgen einer sinkenden Wertschätzung für die einzelnen Produkte, die wir im Alltag gebrauchen.

Blinde Vernichtung der Rohstoffe beenden

Die Alternativen sind aber bereits da – wir müssen sie nur ergreifen, nutzen und intensivieren. Das, was wir bereits besitzen, gilt es pfleglich zu behandeln. Das heißt auch, Reparatur muss wieder selbstverständlich werden. Hier ist die Politik am Zug, denn sie sitzt an den zentralen Hebeln. Um das heimische Reparaturgewerbe zu stärken, hat RepaNet-Mitglied Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z deshalb eine parlamentarische Petition gestartet – „für den Schutz des heimischen Reparaturgewerbes, gegen die Vernichtung wertvoller Rohstoffe“.

Reduktion der Mehrwertsteuer & bundesweite Reparaturförderung

Gefordert wird einerseits eine Reduktion der Mehrwertsteuer auf Reparaturdienstleistungen und auf den gewerblichen Vertrieb von gesetzeskonform aufbereiteten Gebrauchtgeräten mit Gewährleistung. Zudem soll eine österreichweit flächendeckende Reparaturförderung eingeführt werden. Wie erfolgreich diese sein kann, zeigen uns die Beispiele aus Graz, der Steiermark und Oberösterreich.

Beide Maßnahmen zielen darauf ab, Reparatur attraktiver und kostengünstiger zu machen und somit Anreize für KonsumentInnen zu schaffen, anstatt dem Kauf eines neuen Gerätes ein altes reparieren zu lassen bzw. ein Gebrauchtgerät zu kaufen. Unterschreiben kann man die Petition online.

Übrigens: Gemeinsam mit unserem Dachverband RREUSE setzt sich RepaNet auch für eine Mehrwertsteuersenkung auf EU-Ebene ein. Denn neben alternativen Konsumformen wie Re-Use, Sharing-Modellen und Verleih sowie einer drastischen Senkung des gesamten Rohstoffverbrauchs ist Reparatur ein Schlüsselelement für den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft, die wir so dringend brauchen. All diese Modelle müssen Mainstream werden. Und wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um diesen Umstieg zu bewältigen.

Mehr Infos …

Parlamentarische Petition: „Für den Schutz des heimischen Reparaturgewerbes“ online unterzeichnen

RepaNews: Steirische Reparaturprämie: Förderungsbudget ist ausgeschöpft – jetzt ist der Bund am Zug

RepaNews: Reparaturprämie jetzt auch in der Steiermark

Infos zur Reparaturprämie Steiermark

Reparaturförderung der Stadt Graz

Reparaturbonus des Landes Oberösterreich

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